Aus der Schatztruhe #3 – Beethovens Klaviersonatenzyklus

Zum 200. Geburtstag des Bonner Musikgenies fand ein Beethovenfest der Superlative statt. Es wurde in drei Zyklen – im Mai, September und Dezember – abgehalten: Während im September der gesamten Symphonienzyklus Beethovens auf dem Programm stand, wurde im Mai erstmals bei einem Beethovenfest der gesamte Klaviersonatenzyklus von mehreren Pianisten aufgeführt – so unter anderem von Claudio Arrau. András Schiff wird sich dieser Aufgabe 2013 alleine stellen und unter anderem Beethovens letzte drei Sonaten zum Besten geben. Die drei Sonaten entstanden ab 1820 und die Arbeit an ihnen musste Beethoven immer wieder aus gesundheitlichen Gründen aufschieben. In einem Brief an seinen Freund Franz Brentano vom 12. November 1821 könnte allerdings noch ein anderer Grund ersichtlich werden, denn hier bezeichnet Beethoven die Sonaten als „Brod-Arbeiten“, die – so scheint es fast – eher im Zwang und unter dem Druck des Verlegers Adolph Martin Schlesinger fertig gestellt werden mussten. Die Widmung der letzten Klaviersonate an Erzherzog Rudolph kann letztlich aber doch noch als versöhnlicher Abschluss betrachtet werden. Auf einen nicht nur versöhnlichen Abschluss, sondern auf ganze vier Klavierabende dürfen wir gespannt sein, wenn Schiff im Herbst den von ihm im Vorjahr begonnenen Klavierzyklus abschließen wird.

Quelle: Die Beethovenfest in Bonn 1845-2003. Eine Veröffentlichung des Beethovenhauses und der Internationalen Beethovenfeste Bonn, hrsg. von Manfred van Rey u. a., Bd. 1 und 2. Bonn 2003.

Claudio Arrau beim Beethovenfest 1970 mit Beethovens Klaviersonate E-Dur op. 109

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Beethovenfest Bonn trifft… Nicholas Bootiman

Nicholas Bootiman spielt Viola im Philharmonia Orchestra und berichtet in diesem Video über die Arbeit mit Dirigent Esa-Pekka Salonen am Beethoven-Symphonien-Zyklus:

Beethovenfest Bonn trifft… Nicholas Bootiman (Philharmonia Orchestra) from Beethovenfest Bonn on Vimeo.

Mittwoch ist Verlosungstag!

Der vorletzte Mittwoch im Festival: da gibt es natürlich wieder etwas Schönes zu gewinnen! Die Farbe des Beethovenfestes Bonn ist ein fröhlich leuchtendes Orange – und genau diese Farbe hat auch die robuste Schultertasche aus LKW-Plane, die mit dem Aufdruck „Freude“ überall gute Laune verbreitet, und einen Regentag wie heute gleich viel bunter macht.

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Grund zur Freude gibt es genug: Noch bis zum 7. Oktober sorgt das Beethovenfest Bonn für musikalische Höhepunkte… in dieser Woche u.a. mit Klaviersonaten – und Streichquartett-Zyklus und ab dem 3. Oktober dann mit dem Symphonien-Zyklus, wo das Philharmonia Orchestra unter Esa-Pekka Salonen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen alle neun Beethoven Symphonien präsentiert. Freude!

Die Gewinnfrage: Welcher Pianist spielt den Beethoven-Klaviersonaten-Zyklus beim Beethovenfest Bonn 2012-2013?

Unter allen richtigen Antworten an marketing@beethovenfest.de bis Dienstag, 2.Oktober, verlosen wir eine Beethovenfest-Schultertasche. Viel Glück!

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Die Gewinnfrage: Welcher Pianist spielt den Beethoven-Klaviersonaten-Zyklus beim Beethovenfest Bonn 2012-2013?

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Z wie Zwei

Beethoven-Blog-Lexikon

Zwei Violinromanzen hat Beethoven komponiert. Zwei Brüder hatte er, die das Säuglingsalter überlebten. Im zweiten Anlauf klappte es mit dem Wien-Studium und er blieb den Rest seines Lebens über dort. Sicherlich ließen sich noch weitere wichtige Zweien in Beethovens Leben und Werk finden – dieser Eintrag im Beethoven-Blog-Lexikon soll jedoch Beethovens 2. Symphonie gewidmet sein.

„Sie ist ein merkwürdiges, kolossales Werk, von einer Tiefe, Kraft und Kunstgelehrsamkeit, wie sehr wenige.“, schrieb die Allgemeine Musikalische Zeitung 1804 über Beethovens Zweite. Mit ersten, leider nicht erhaltenen Skizzen dazu begann Beethoven im Herbst 1800, ließ die Arbeit dann zugunsten „Die Geschöpfe des Prometheus“ op. 43 eine Weile ruhen und beendete die Symphonie spätestens im April 1802. Uraufgeführt wurde sie in einem Konzert mit der ersten Symphonie am 5. April 1803 – Beethoven dirigierte selbst.

Mit der zweiten Symphonie emanzipierte sich Beethoven von seinem Lehrmeister Haydn. Der Dirigent Paavo Järvi, der beim Beethovenfest Bonn 2009 mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen einen Symphonien-Zyklus präsentierte, hob hervor, mit der zweiten Symphonie habe sich »alles von Haydn und Mozart weg entwickelt (…) in eine neue Richtung, die eigenwilliger ist, engagierter und weniger traditionell«. Verwundert stellte das damalige Publikum eine Heiterkeit fest, die man bis dahin gar nicht mit Beethovens Musik verbunden hatte und die später oft mit der Symphonie Nr. 8 in Zusammenhang gesehen wurde. (Hörbeispiele hier) Damit sich die Symphonie auch in den Salons der bürgerlichen und adligen Kreise verbreiten würde, gab Beethoven nur ein Jahr nach der 1804 gedruckten Orchesterfassung eine Fassung für Klaviertrio heraus.

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Philharmonia Orchestra © Richard Haughton

 

Beim Beethovenfest Bonn 2012 wird die zweite Symphonie im Rahmen des Beethoven-Symphonien-Zyklus vom Philharmonia Orchestra unter Esa-Pekka Salonen am 4.10. gemeinsam mit der dritten Symphonie aufgeführt. (Karten hier)

N wie Napoleon

Beethoven-Blog-Lexikon

N wie Napoleon heißt es heute im Beethoven-Blog-Lexikon und wer die Napoleon-Ausstellung letztes Jahr in der Bonner Bundeskunsthalle besucht hat, weiß schon, warum. Zu sehen war dort unter anderem das Titelblatt von Beethovens 3. Symphonie auf der ursprünglich einmal Napoleons Name gestanden hatte: „intitolata Bonaparte“ von „Luigi van Beethoven“. Beethoven setzte zunächst große Hoffnungen auf Napoleon, der seiner Meinung nach die Ideale der Französischen Revolution durchsetzen würde. Die Partitur sollte von General Bernadotte (später Karl XIV. Johann, König von Schweden) an Napoleon überbracht werden. Vorher jedoch traf die Botschaft in Wien ein, dass Napoleon sich selbst zum Kaiser gekrönt hatte. Von Ferdinand Ries, dem Schüler Beethovens, ist dessen heftiger Kommentar auf diese Neuigkeit überliefert: „Ist er auch nichts anderes wie ein gewöhnlicher Mensch? Nun wird er auch alle Menschenrechte mit Füßen treten, nur seinem Ehrgeize frönen, er wird sich nun höher wie alle anderen stellen, ein Tyrann werden!“ Die Widmung wurde ausradiert und Fürst Franz Joseph von Lobkowitz eingesetzt, in dessen Palast die erste Aufführung stattfand. 1806 erschien die Symphonie schließlich unter dem Titel „Sinfonia eroica, composita per festiggiare il sovvenire di un grand´uomo“ (Heroische Symphonie, komponiert, um das Andenken an einen großen Mann zu feiern). Im selben Jahr soll Beethoven behauptet haben: „Schade, dass ich die Kriegskunst nicht so verstehe, wie die Tonkunst, ich würde ihn schlagen.“

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Spätestens Mitte Mai 1809 war Beethovens Verehrung des nur ein Jahr älteren Napoleon Vergangenheit. Beethoven hatte nun mit Geldnot und Nahrungsmittelknappheit unmittelbar unter den Napoleonischen Kriegen zu leiden.

Beethovens Förderer und Schüler, der Erzherzog Rudolph musste mit der kaiserlichen Familie fliehen, als Wien von französischen Truppen angegriffen wurde. Unter der Besatzung verschlechterten sich die Lebensumstände noch für Beethoven und er wurde patriotischer. Einen großen Erfolg feierte er 1813 mit „Wellingtons Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria“ op. 91, die Beethoven nach einem der entscheidenden Siege über Napoleon komponierte.

Ob Napoleon 1. Bonaparte seinerseits Beethoven überhaupt zur Kenntnis genommen hat, ist ungewiss. Überliefert ist jedoch sein Ausspruch: „Die Musik hat von allen Künsten den tiefsten Einfluss auf das Gemüt. Ein Gesetzgeber sollte sie deshalb am meisten unterstützen.“

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Beim Beethovenfest 2012 wird Beethovens 3. Symphonie im Symphonien-Zyklus am 4.10. um 20 Uhr in der Beethovenhalle vom Philharmonia Orchestra London (Dirigent: Esa-Pekka Salonen) aufgeführt.