Aus der Schatztruhe #10 – Interview à la carte mit Matthew Barley

 

»Music is my life, my religion, my love. […] I’m so blessed to be musician. Thank you!«
Als Matthew Barley diese Worte beendet, richtet er seinen Blick zum Himmel, wobei jedem sofort klar sein dürfte, wie wichtig und ernst ihm dieses Bekenntnis zu sein scheint. Dem Cellisten aus England ist es nicht nur ein großes Anliegen, mit Jugendlichen zusammenzuarbeiten, sondern es ist auch eine seiner großen Leidenschaften, musikalische Grenzen zu überschreiten – so verbindet er in seinen Konzerten Musik mit Videotechnik, Improvisation mit Elektronik.
2012 zwar der sympathische Engländer das erste Mal beim Beethovenfest Bonn. Damals improvisierte er auf einem Elektrocello mit dem berühmten Jazzpianisten Julian Joseph, wobei – ganz dem Motto des damaligen Beethovenfestes entsprechend – sehr eigensinnige Musik präsentiert wurde, wie zum Beispiel der »Tanz der dreibeinigen Elefanten«.

Auch in diesem Jahr ist Matthew Barley wieder mit einem bunt gestalteten Programm, das von Barock bis Zeitgenössisch reicht, in der ehemaligen Bundeshauptstadt:
Mit Dai Fujikuras »The Spirit of Beings«, eine deutsche Uraufführung in Bonn und eigens für Barleys Tour »Around Britten« geschrieben und vielen weiteren deutschen Uraufführungen von Jan Bang sowie James MacMillan wird Barley eines von insgesamt zwei Konzerten gestalten. Doch auch längst etablierte Klassiker für Cello stehen auf dem Programm – so die Suiten für Cello von Johann Sebastian Bach BWV 1011 und Benjamin Britten op. 87. Beide Stücke sind ebenfalls das erste Mal beim Beethovenfest Bonn zu hören.
Ein besonderes Highlight ist dieses Jahr ein Workshop, in dem junge Streicher eng mit Barley zusammenarbeiten können und dessen Ergebnisse in einem eigenen Familienkonzert vorgestellt werden. Auf dem Programm stehen Werke von Peter Tschaikowski, Robert Schumann, Astor Piazzolla, Simon & Garfunkel und viele mehr. Wir dürfen gespannt sein, wenn uns Barley mit seinem großen Improvisationsgeschick und die jungen Musiker die »Macht der Musik« spüren lassen, die – ganz im Sinne jenes Workshops – ihr verbindendes Element einmal mehr zum Ausdruck bringt.

„El sistema“ in Bonn!

„You feel Beethoven in the air.“ Das Youth Orchestra of Caracas gab vorgestern unter Dietrich Paredes sein Deutschland-Debüt in Bonn.Wir haben ein paar Augenblicke festgehalten:

Youth Orchestra of Caracas from Beethovenfest Bonn on Vimeo.

Gestern präsentierten die 180 jungen Musiker des Youth Orchestra of Caracas gemeinsam mit 160 Musikern aus sechs Schulorchestern unter Andrés Rivas ein Workshop-Konzert in der Beethovenhalle. Natürlich ließen sich auch Dr. José Antonio Abreu, Gründer des „El sistema“, und Beethovenfest-Intendantin Ilona Schmiel dieses Ereignis nicht entgehen.

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Look at Beethoven – Best-Of

Sechs Mal hat der Kurzfilmwettbewerb »Look at Beethoven« nun schon stattgefunden. In dieser Zeit ist eine große Auswahl verschiedenster Filme entstanden, die nicht allein Beethoven gewidmet sind, sondern auch ganz allgemein die Beziehung zwischen Klang und Bild, die Herausforderung klassische Musik visuell umzusetzen, thematisieren. Ein Best-Of der Kurzfilme wird heute Abend ab 19 Uhr im Kunstmuseum Bonn präsentiert. Es moderiert der Regisseur Enrique Sánchez Lansch.

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Zum ersten Mal hat in diesem Jahr auch ein von der Mercator Stiftung geförderter Filmworkshop stattgefunden. Der Workshop »Auf Augenhöhe« bietet Studierenden und Schülern die Möglichkeit, den Orchestercampus von Deutsche Welle und Beethovenfest filmisch zu begleiten. Erste Ergebnisse werden ebenfalls heute im Kunstmuseum Bonn vorgestellt.

Als kleinen Vorgeschmack für den Filmabend können Sie sich auf unserer Website schon einige Clips der letzten Jahre ansehen: Look at Beethoven

Bonns „6. Jahreszeit“: Das Beethovenfest

Ab Freitag, 7.9. beginnt in Bonn wieder die sechste Jahreszeit der Region – so jedenfalls bezeichnete Dr. Christof Ehrhart (Deutsche Post DHL) auf der heutigen Auftaktpressekonferenz das Beethovenfest Bonn…

Karten für das Beethovenfest Bonn gibt es hier.

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Umfangreiches Rahmenprogamm mit 106 Veranstaltungen
Insgesamt 174 Veranstaltungen bietet das Beethovenfest Bonn 2012 vom 7. September bis 7. Oktober unter dem Motto „Eigensinn. Über das Wahre in der Kunst“ an. Das Rahmenprogramm hat das Beethovenfest Bonn erneut in Kooperation mit oftmals langjährigen Partnern und Institutionen in der Stadt und internationalen Partnern weltweit zusammengestellt und mit 106 Angeboten nochmals ausgeweitet. Zum Rahmenprogramm gehören Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Diskussionsrunden, Filmvorführungen, Workshops und Education-Projekte, viele der Veranstaltungen sind kostenfrei zugänglich.

Ilona Schmiel, Intendantin des Beethovenfestes Bonn, sagte auf der heutigen Pressekonferenz: „In unseren 68 Konzerten im Hauptprogramm des Beethovenfestes Bonn 2012 beweisen wir und die Künstler programmatischen Eigensinn im positiven Sinne des Wortes: Ob es die Cage-Nacht ist, das Konzert der Deutschen Kammerpilharmonie Bremen unter Leitung von Paavo Järvi mit dem Hilliard Ensemble ist, das des Münchener Kammerorchesters mit Patricia Kopatchinskaja und Alexander Liebreich oder der „olympische“ Beethoven-Symphonien-Zyklus mit Esa-Pekka Salonen und dem Philharmonia Orchestra. Auch die mit vielen Partnern entwickelten 106  Veranstaltungen im Rahmenprogramm sind vielfach eigensinnig.“

Eine Auswahl:

Die Post Tower Lounge Konzerte sind seit 2004 fester und beliebter Bestandteil des Begleitprogramms zum Beethovenfest Bonn. Das Programm der 26 Veranstaltungen in den Räumlichkeiten der Deutschen Post DHL wird vom Beethovenfest Bonn kreiert. Die Deutsche Post DHL ist einer der Hauptsponsoren des Beethovenfestes. Viele der Künstler, die in Post Tower Lounge auftreten, sind im positiven Wortsinn eigensinnig. Es sind individuelle Persönlichkeiten, die etwas Besonderes zu sagen haben, wie Michael Carstens, der bereits in den letzten Jahren zu Gast in der Lounge war. In diesem Jahr lädt er an zwei Abenden in seine Video-Lounge ein. HannaH Walter, die junge Geigerin, trat letztes Jahr mit Michael Carstens in der Post Tower Lounge auf. In diesem Jahr ergründet sie in „Musik und Gespräch“ gemeinsam mit dem Musikjournalisten Christoph Vratz Eric Tanguys „Élégie“. Ebenfalls neu ist die Konzertserie „Kammermusik der Welten“. Drei Konzerte zu den Themen Frankreich, Brasilien und Island widmen sich der Nähe von klassischer und populärer traditioneller Musik. Bereits etabliert sind die Reihen „Junge Bühne“, Kammermusik, Chanson, Lied und die Jazz-Matineen am Sonntagvormittag.

Zu dem Kurzfilmwettbewerb „Look at Beethoven“ gehört erneut eine Filmreihe mit Musikdokumentationen, die sich einzelnen Aspekten des Festivalprogrammes widmen. In „Der Taktstock“ von Michael Wende steht der Beruf des Dirigenten im Mittelpunkt. Teilnehmer des Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs werden filmisch begleitet. Herbert Blomstedt, der beim Beethovenfest Bonn 2012 mit der Deutschen Kammerpilharmonie Bremen Beethovens „Missa solemnis“ aufführt, gibt in dem Dokumentarfilm persönliche Einblicke in sein Dirigentendasein (14.9.). Vom Orchestercampus von Deutsche Welle und Beethovenfest Bonn mit dem Turkish National Youth Philharmonic Orchestra inspiriert ist die Vorführung von Fatih Akins „Crossing the Bridge“ (19.9.). Zu John Cages 100. Geburtstag gratuliert das Beethovenfest Bonn mit einer Cage-Nacht am 15. September und der Vorführung des Dokumentarfilms „John Cage – Der Klangtourist“ von Alan Miller (28.9.). „Pianomania“ beschließt die vierteilige Filmreihe. Robert Cibis und Lilian Frank haben den Klavierstimmer und Cheftechniker von Steinway & Sons Stefan Knüpfer begleitet. Sie zeigen ihn unter anderem im Dialog mit Pierre-Laurent Aimard, Lang Lang und Alfred Brendel (29.9.).

Die Sonderausstellung des Beethoven-Hauses Bonn zum Beethovenfest Bonn 2012 beschäftigt sich mit „Beethovens Klaviersonaten“. András Schiff beginnt in diesem Jahr einen auf zwei Jahre angelegten Beethoven-Klaviersonaten-Zyklus; die Ausstellung, die noch bis zum 4. November 2012 zu sehen ist, gibt über Beethovens Originalhandschriften Hinweise auf die Vorstellung, die Beethoven von seinem Werk hatte. Eine zweite Ausstellung, die am 6. September eröffnet und bis zum 9. Oktober gezeigt wird, widmet sich „Schönbergs Beethoven“. 1913 vollendete Arnold Schönberg nach einer elfjährigen Schaffenszeit die „Gurre-Lieder“. Schönberg bezeichnete dieses Werk als Schlüssel zu seiner ganzen Entwicklung, für die auch Beethoven von großer Bedeutung war. Stefan Blunier und das Beethoven Orchester Bonn führen dieses groß besetzte Oratorium für Soli, Chor und Orchester auf Gedichte von Jens Peter Jacobsen am 28. September beim Beethovenfest Bonn 2012 auf.

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Dr. Christof Ehrhart (Direktor Konzernkommunikation und Unternehmensverantwortung Deutsche Post DHL)
Susanne Kessel (Pianistin)


Dr. Christian Meyer (Direktor Arnold Schönberg Center Wien)
Ilona Schmiel (Intendantin des Beethovenfestes Bonn)
Jürgen Nimptsch (Oberbürgermeister der Stadt Bonn)