Roll over Beethoven: „EIGENSINNiges“ in der Post Tower Lounge

Ein Gastbeitrag aus der Post Tower Lounge:

Dass keine elegischen Klangschwaden durch die Bonner Post Tower Lounge wabern würden, zu denen Elfen und Trolle tanzen, war schnell klar. Das Lars Duppler Trio, das am vergangenen Donnerstagabend inklusive Gast-Gitarristen zu einem Quartett angewachsen war, räumte mit seinem modernen Jazz-Rock mit sämtlichen Island-Klischees auf.

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Was der Kölner Pianist und Halb-Isländer Lars Duppler und seine Musiker Johannes Beer (E-Gitarre), Philipp Bardenberg (Bass) und Jens Düppe (Schlagzeug) dem Publikum im kostenlosen Rahmenprogramm des Beethovenfestes Bonn boten, war ein musikalischer Ausflug in ein völlig anderes Island. Die Zuhörer in der bis fast auf den letzten Platz besetzten Post Tower Lounge dankten es den Musikern mit reichlich Applaus. „Der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull zeigt, dass auch auf Island scheinbar aus dem Nichts heraus eine unglaubliche Kraft entsteht“, so Duppler. „Und das wollen wir auch in unserer Musik widerspiegeln.“ Die kostenlosen Bürgerkonzerte, die während des Beethovenfestes Bonn vom 9. September bis zum 7. Oktober jeden Abend in der Post Tower Lounge stattfinden, stellen für ihn eine ideale Plattform dar, Menschen zu erreichen, die aus verschiedenen Gründen nicht den Weg ins klassische Konzerthaus finden.

Gesponsert wird das Bonner Beethovenfest von DHL Deutsche Post. In der Post Tower Lounge wird an 26 Abenden während der Festspielzeit ein vielfältiges Programm aus Kammermusik, Chanson, Jazz sowie Film & Video angeboten. Das Motto ist Programm: „EIGENSINN“. Ziel der Veranstaltungsreihe ist unter anderem, jungen Talenten eine Bühne zu bieten und damit den Nachwuchs zu fördern.

Seit neun Jahren gibt es das kostenlose Rahmenprogramm. Das Konzept kommt gut an. Inga und Peter Reufsteck sind bereits zum dritten Mal in die Post Tower Lounge gekommen, „um sich überraschen zu lassen“. Begeistert erzählen sie von dem Chansonabend mit der französischen Sängerin Dany Tollemer, die am 20. September mit ihrem Programm „Sous le ciel de Paris“ mit ihren Interpretationen von Edith Piaf – und Serge Gainsbourg-Liedern die kleine Lounge ins Pariser „Olympia“ verwandelt hat.  „Die hat mit ihrem Charme das ganze Publikum verzaubert“, bringt es Peter Reufsteck auf den Punkt.

Helena de Jager ist seit Jahren eine treue Anhängerin des Beethovenfests. Auch in den Post Tower kommt die Musikliebhaberin regelmäßig. Dort sei sie „noch nie enttäuscht worden.“ Normalerweise gilt ihre Liebe der Klassik: Eines ihrer persönlichen Highlights war der Auftritt von Violinistin Isabelle Faust am 21. September in der Beethovenhalle. „Ich finde Abwechslung sehr wichtig. In der Post Tower Lounge wird man immer wieder mit etwas Neuem konfrontiert“, sagt die Bonnerin. So habe ihr das „Mellow Melange Trio“, das während einer der sonntäglichen Jazz-Matinees in der Lounge aufgetreten ist, ausgesprochen gut gefallen. Zwar ist deren Musik irgendwo zwischen Pop und Jazz angesiedelt, trotzdem hat es Helena de Jager überzeugt: „Wir können ja nicht bei Beethoven stehen bleiben.“

In der Pause des Lars Duppler-Konzerts muss Margret Böhmer leider gehen. Sie wird am nächsten Morgen wieder früh aufstehen um Zeitungen auszutragen. Teure Konzerte könne sie sich nicht leisten. „Gerade für kulturinteressierte Menschen wie mich, die nur wenig Geld zur Verfügung haben, ist das Angebot in der Post Tower Lounge ideal“, sagt die Frührentnerin. Und wie fand sie den musikalischen Ausflug nach Island? „Ich habe es sehr genossen. Schade, dass ich schon gehen muss.“

Die kostenlosen Konzerte in der Post Tower Lounge finden noch bis zum 6. Oktober statt. Weitere Infos zum Programm finden Sie hier.

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Bonns „6. Jahreszeit“: Das Beethovenfest

Ab Freitag, 7.9. beginnt in Bonn wieder die sechste Jahreszeit der Region – so jedenfalls bezeichnete Dr. Christof Ehrhart (Deutsche Post DHL) auf der heutigen Auftaktpressekonferenz das Beethovenfest Bonn…

Karten für das Beethovenfest Bonn gibt es hier.

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Umfangreiches Rahmenprogamm mit 106 Veranstaltungen
Insgesamt 174 Veranstaltungen bietet das Beethovenfest Bonn 2012 vom 7. September bis 7. Oktober unter dem Motto „Eigensinn. Über das Wahre in der Kunst“ an. Das Rahmenprogramm hat das Beethovenfest Bonn erneut in Kooperation mit oftmals langjährigen Partnern und Institutionen in der Stadt und internationalen Partnern weltweit zusammengestellt und mit 106 Angeboten nochmals ausgeweitet. Zum Rahmenprogramm gehören Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Diskussionsrunden, Filmvorführungen, Workshops und Education-Projekte, viele der Veranstaltungen sind kostenfrei zugänglich.

Ilona Schmiel, Intendantin des Beethovenfestes Bonn, sagte auf der heutigen Pressekonferenz: „In unseren 68 Konzerten im Hauptprogramm des Beethovenfestes Bonn 2012 beweisen wir und die Künstler programmatischen Eigensinn im positiven Sinne des Wortes: Ob es die Cage-Nacht ist, das Konzert der Deutschen Kammerpilharmonie Bremen unter Leitung von Paavo Järvi mit dem Hilliard Ensemble ist, das des Münchener Kammerorchesters mit Patricia Kopatchinskaja und Alexander Liebreich oder der „olympische“ Beethoven-Symphonien-Zyklus mit Esa-Pekka Salonen und dem Philharmonia Orchestra. Auch die mit vielen Partnern entwickelten 106  Veranstaltungen im Rahmenprogramm sind vielfach eigensinnig.“

Eine Auswahl:

Die Post Tower Lounge Konzerte sind seit 2004 fester und beliebter Bestandteil des Begleitprogramms zum Beethovenfest Bonn. Das Programm der 26 Veranstaltungen in den Räumlichkeiten der Deutschen Post DHL wird vom Beethovenfest Bonn kreiert. Die Deutsche Post DHL ist einer der Hauptsponsoren des Beethovenfestes. Viele der Künstler, die in Post Tower Lounge auftreten, sind im positiven Wortsinn eigensinnig. Es sind individuelle Persönlichkeiten, die etwas Besonderes zu sagen haben, wie Michael Carstens, der bereits in den letzten Jahren zu Gast in der Lounge war. In diesem Jahr lädt er an zwei Abenden in seine Video-Lounge ein. HannaH Walter, die junge Geigerin, trat letztes Jahr mit Michael Carstens in der Post Tower Lounge auf. In diesem Jahr ergründet sie in „Musik und Gespräch“ gemeinsam mit dem Musikjournalisten Christoph Vratz Eric Tanguys „Élégie“. Ebenfalls neu ist die Konzertserie „Kammermusik der Welten“. Drei Konzerte zu den Themen Frankreich, Brasilien und Island widmen sich der Nähe von klassischer und populärer traditioneller Musik. Bereits etabliert sind die Reihen „Junge Bühne“, Kammermusik, Chanson, Lied und die Jazz-Matineen am Sonntagvormittag.

Zu dem Kurzfilmwettbewerb „Look at Beethoven“ gehört erneut eine Filmreihe mit Musikdokumentationen, die sich einzelnen Aspekten des Festivalprogrammes widmen. In „Der Taktstock“ von Michael Wende steht der Beruf des Dirigenten im Mittelpunkt. Teilnehmer des Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs werden filmisch begleitet. Herbert Blomstedt, der beim Beethovenfest Bonn 2012 mit der Deutschen Kammerpilharmonie Bremen Beethovens „Missa solemnis“ aufführt, gibt in dem Dokumentarfilm persönliche Einblicke in sein Dirigentendasein (14.9.). Vom Orchestercampus von Deutsche Welle und Beethovenfest Bonn mit dem Turkish National Youth Philharmonic Orchestra inspiriert ist die Vorführung von Fatih Akins „Crossing the Bridge“ (19.9.). Zu John Cages 100. Geburtstag gratuliert das Beethovenfest Bonn mit einer Cage-Nacht am 15. September und der Vorführung des Dokumentarfilms „John Cage – Der Klangtourist“ von Alan Miller (28.9.). „Pianomania“ beschließt die vierteilige Filmreihe. Robert Cibis und Lilian Frank haben den Klavierstimmer und Cheftechniker von Steinway & Sons Stefan Knüpfer begleitet. Sie zeigen ihn unter anderem im Dialog mit Pierre-Laurent Aimard, Lang Lang und Alfred Brendel (29.9.).

Die Sonderausstellung des Beethoven-Hauses Bonn zum Beethovenfest Bonn 2012 beschäftigt sich mit „Beethovens Klaviersonaten“. András Schiff beginnt in diesem Jahr einen auf zwei Jahre angelegten Beethoven-Klaviersonaten-Zyklus; die Ausstellung, die noch bis zum 4. November 2012 zu sehen ist, gibt über Beethovens Originalhandschriften Hinweise auf die Vorstellung, die Beethoven von seinem Werk hatte. Eine zweite Ausstellung, die am 6. September eröffnet und bis zum 9. Oktober gezeigt wird, widmet sich „Schönbergs Beethoven“. 1913 vollendete Arnold Schönberg nach einer elfjährigen Schaffenszeit die „Gurre-Lieder“. Schönberg bezeichnete dieses Werk als Schlüssel zu seiner ganzen Entwicklung, für die auch Beethoven von großer Bedeutung war. Stefan Blunier und das Beethoven Orchester Bonn führen dieses groß besetzte Oratorium für Soli, Chor und Orchester auf Gedichte von Jens Peter Jacobsen am 28. September beim Beethovenfest Bonn 2012 auf.

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Dr. Christof Ehrhart (Direktor Konzernkommunikation und Unternehmensverantwortung Deutsche Post DHL)
Susanne Kessel (Pianistin)


Dr. Christian Meyer (Direktor Arnold Schönberg Center Wien)
Ilona Schmiel (Intendantin des Beethovenfestes Bonn)
Jürgen Nimptsch (Oberbürgermeister der Stadt Bonn)