Rückblick auf das Tweetup #befespark

Warum veranstaltet ein Klassikfestival ein Tweetup zu einem klassischen Konzert? Geht es hier um Kulturvermittlung, darum neue Zielgruppen zu erschließen oder ganz einfach um den Besuch eines Konzertes? Und was bleibt davon?

Foto: Barbara FRommann

Als Beethovenfest sind wir seit Ende 2010/Anfang 2011 auf den sozialen Plattformen Facebook, Twitter, YouTube, Vimeo und Flickr vertreten und seit 2012 auch auf Google+. Dazu betreiben wir einen eigenen Blog. Frank Tentler hat uns beim Start im Web 2.0 initiativ beraten und heute bitten wir zeitweise Christoph Müller-Girod unterstützend hinzu. Unter dem Stichwort „Beethoven lebt“ versuchen wir, auf den sozialen Plattformen Beethovens Werk und die Auseinandersetzung damit, demnach also die Inhalte des Festivals zu vermitteln. So informieren wir zum Programm, zu Beethoven als Persönlichkeit, stellen Künstler und Mitarbeiter in Video-Interviews vor und pflegen eine Blogbeitragsreihe.

Dennoch möchten wir natürlich nicht nur informieren, sondern auch in den Dialog mit unseren Fans und Freunden treten, sie aktiv am Konzertgeschehen beteiligen, sie aus der digitalen Welt ins Konzert holen. Dazu ist ein Tweetup ideal.

Bereits im vergangenen Jahr hatten wir zusammen mit der Sparkasse KölnBonn anlässlich der Live-Übertragung von Beethovens 9. Symphonie zum Tweetup auf den Bonner Münsterplatz geladen. Der beliebteste Tweet war damals »Musik, die man durch die Haut hört«. Das Tweetup hielt sich neun Stunden in den Trending Topics auf Twitter. Beflügelt von diesem Erfolg sollte ein zweites Tweetup beim Beethovenfest 2013 durchgeführt werden.

Ein Höhepunkt im Programm des Beethovenfestes 2013 stellte die Aufführung von Beethovens einziger Oper »Fidelio« mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und dem Deutschen Kammerchor unter der Leitung von Paavo Järvi dar. So luden wir erneut mit der Sparkasse KölnBonn anlässlich der Übertragung der Oper zum Public Viewing am 29. September auf den Bonner Marktplatz ein. In kürzester Zeit sagten über zwanzig Twitterer zu und versammelten sich trotz herbstlicher Temperaturen um 19 Uhr im VIP-Bereich der Sparkasse bei Wein und Häppchen. Bevor das Konzert um 20 Uhr begann, gab es also Zeit, sich entspannt jenseits der sozialen Netzwerke auszutauschen. Auf den Plätzen der Twitterer lag ganz „klassisch“ ein Programmheft und auf einer  Liste fanden sich alle Teilnehmer sowie weitere beteiligte Twitter-Accounts des Abend, z.B. der Künstler, der Medien und der unterstützenden Sponsoren. Dann ging es auch schon los… Ulrike Dümpelmann beschreibt das in ihrem Blogbeitrag so „Die Situation änderte sich schlagartig, als ein paar Minuten vor 20 Uhr live in die Beethovenhalle geschaltet wurde. …, die Ouvertüre begann und wir Twitterer wurden zu einem klassischen Opernpublikum.“ Die Twitterer widmeten sich allen Details der Aufführung. So wurde das Libretto des Fidelio als Wortwolke getwittert oder der Auftritt des Rezitators Ulrik Tukur kommentiert („Der Dirigent wird von seinem Platz gedrängt – zum Glück Teil der Inszenierung #befespark“),  über die halb-szenische Aufführung erwähnt („konzertant, aber nicht ganz untheatralisch. wann sieht man schon eine rotkarierte schürze auf einem konzertpodium? #befespark #marzelline“), Empfindungen mitgeteilt („Der Chor tritt auf. Mein Herz stockt. #befespark“) oder darüber sinniert, warum Beethoven nur eine Oper geschrieben hat.
Ein zusätzliches Plus des Tweetups war sicherlich, dass die Marzelline des „Fidelio“ (Mojca Erdmann) und der Dirigent Paavo Järvi ebenfalls auf Twitter aktiv sind und sie diese in ihre Kommunikation mit einbeziehen konnten. Die Überraschung kam umgehend aus dem Backstage-Bereich. Mojca Erdmann bedankte sich zwischen ihren Auftritten im 1. und 2. Akt für die ihr gemachten Komplimente, was wiederum zu Respektsbekundungen bei den Twitterern sorgte.

Foto: Barbara FRommann

Insgesamt wurden zum Tweetup #befespark rund 1.500 Tweets abgesetzt und  87.168 Accounts wurden erreicht. Das Tweetup erhielt 2.127.547 Impressionen und landete damit auf Platz 2 der Twittertrends in Deutschland. Neben diesem für das Beethovenfest schönen PR-Effekt hat es jedoch gezeigt, dass ein Tweetup die direkte Beteiligung am Konzert ermöglicht und die Twitterer in diesem Fall sogar den direkten Kontakt mit den Künstlern bringen kann. Darüber hinaus hat die Musik durch ihre stark emotionalisierende Wirkung die Menschen erreicht und sogar den ein oder anderen für sich gewinnen können  („Da musste ich weit über 40 werden, um mich so für klassische Musik begeistern können. I love you Twitter + Timeline #befespark„). Es können also durchaus neue Zielgruppen angesprochen werden. Auf schwindt-pr.com wird in diesem Zusammenhang davon gesprochen, dass ein Tweetup auch Publikum für kommende Veranstaltungen generieren kann.

Um die anfänglich gestellten Fragen zu beantworten, ist der Wert eines Tweetups also ein Mix aus mehreren Komponenten. Zunächst geht es um den reinen Besuch des Konzertes. Mit der Begeisterung und dem Teilen dieser Begeisterung für das Erlebte, kann ein Stück Kultur vermittelt werden und mit einer permanenten Wiederholung gepaart mit Begeisterung auch neues Publikum angesprochen werden. Es bleibt hier für uns als Kulturveranstalter also, wenn die virtuelle Mitteilungswelle verhallt ist, nicht nur ein storify, in dem die Tweets nachgelesen werden können, sondern ein im besten Falle positiv besetztes Bild vom Beethovenfest und der Wunsch, dieses weiter zu verfolgen und zu besuchen.

WDR 3 TonArt hat das Tweetup am 29.9. begleitet. Hier zum Nachhören

Foto: Barbara FRommann

Unsere Stars für das Tweetup #befespark 2013 – Teil 3: Paavo Järvi

Der estnische Stardirigent und Grammy-Gewinner Paavo Järvi ist seit 2004 Künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Darüber hinaus ist er Musikdirektor des Orchestre de Paris. 2012 wurde Järvi vom NHK Symphony Orchestra zum neuen Chefdirigenten ab der Spielzeit 2015/16 ernannt. Bis zum Sommer 2013 war er Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters.

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Photo: © Ixi Chen

Als Künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen dirigierte er weltweit Konzerte mit dem von der Kritik hochgelobten Beethoven-Zyklus. Im September 2010 ging die bereits mehrfach ausgezeichnete TV-Dokumentation der Deutschen Welle über das Beethoven-Projekt weltweit auf Sendung und im Oktober folgten alle neun in Bonn aufgezeichneten Beethoven-Sinfonien auf DVD. 2010 wurde er dafür mit dem ECHO Klassik als Dirigent des Jahres geehrt. Paavo Järvi und Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen haben 2009 den gesamten Zyklus der Beethoven-Sinfonien im Théâtre des Champs-Élysées Paris, beim Beethovenfest Bonn, bei den Salzburger Festspielen sowie 2010 beim Ludwig van Beethoven-Festival in Warschau gespielt.

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Photo: © Barbara Frommann

Tourneen führten ihn mit dem Orchester durch Europa, Japan und Nord-Amerika mit Auftritten z.B. bei den Salzburger Festspielen, den BBC Proms, beim Mostly Mozart Festival in New York sowie in Tokyo.
Sein Schumann-Projekt mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen geht nun ins dritte Jahr. Unmittelbar nach ihrem Erscheinen im November 2011 war die erste CD des Schumann-Zyklus mit Paavo Järvi die »CD der Woche« bei NDR Kultur. Die zweite CD des Zyklus erscheint Ende 2012.
Paavo Järvi ist auch künstlerischer Berater des Estonian National Symphony Orchestra sowie des Järvi Sommer Festivals im estnischen Pärnu. In seinen Programmen legt er einen besonderen Schwerpunkt auf Werke estnischer Komponisten wie Arvo Pärt, Erkki-Sven Tüür, Lepo Sumera und Eduard Tubin.
Als Gastdirigent arbeitet er regelmäßig bei Orchestern wie dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem Philharmonie Orchestra London, den Wiener und Berliner Philharmonikern, der Staatskappelle Dresden sowie dem New York, Chicago und Los Angeles Symphony Orchestra.

Aus der Schatztruhe #2 – Die »Revolutionäre Kraft« des »Fidelio«

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Foto: Fidelio oder das Staatsgefängnis (1830). Erster nachweisbarer Theaterzettel einer Bonner Aufführung

Als Auftragswerk des damaligen Intendanten des Theaters an der Wien geplant, entschloss sich Beethoven, eine »Befreiungsoper« zu schreiben, die sich gegen jede Art von Unterdrückung richtete und die Ideale der Französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – verfolgte.

Er begann mit der Vertonung seiner einzigen Oper im Frühjahr 1804. Nach langer Verzögerung fand die Uraufführung erst am 20. November 1805 am Theater an der Wien satt. Bereits nach zwei Wiederholungen an den beiden darauffolgenden Tagen wurde die Oper wieder vom Spielplan genommen und von Beethoven noch zwei weitere Male überarbeitet. Erst die dritte Fassung von 1814 »hatte das Glück, einen mehr als gewöhnlichen Beifall zu finden und stets volle Häuser zu veranlassen.« (Beethoven in einem Brief vom 23. Juni 1814 an die Königlichen Schauspiele zu Berlin).

Nach über zehn Jahren wird der »Fidelio« beim Beethovenfest Bonn 2013 wieder zur Aufführung gebracht. Die Deutsche Kammerphilharmonie und der Deutsche Kammerchor unter Paavo Järvi begegnen bei diesem Highlight vielen internationalen Künstlern und lassen uns gewiss jene »Revolutionäre Kraft« spüren, die schon damals bejubelt wurde und von diesem Werk noch heute ausgeht.

#asktheorchestra: Orchestervorstellung #4

Heute stellen wir das vierte Orchester vor, das bei unserem Twitter-Event #asktheorchestra am 6. Oktober dabei ist:

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Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen @Oboenkoenig

–    Biography of the orchestra in English.

Seit 2008 ist die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen Residenzorchester des Beethovenfestes Bonn und jährlich in Bonn zu Gast. Im Jahr 2004 übernahm der estnische Dirigent Paavo Järvi die künstlerische Leitung des Orchesters. Ein Höhepunkt der Zusammenarbeit war das weltweit erfolgreiche Beethoven-Projekt: 2009 war der komplette Zyklus aller neun Sinfonien Beethovens mit Paavo Järvi in Paris, bei den Salzburger Festspielen und beim Beethovenfest Bonn zu erleben. Im September 2010 ging die mehrfach ausgezeichnete TV-Dokumentation der Deutschen Welle über das Beethoven-Projekt auf Sendung und im Oktober folgten alle neun in Bonn aufgezeichneten Beethoven-Sinfonien auf DVD. Die DVD-Box verlosen wir in dieser Woche hier.

Beim Beethovenfest Bonn 2012 spielte die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter Herbert Blomstedt Beethovens „Missa solemnis“.  Unter Paavo Järvi präsentierte sie in einem zweiten Konzert gemeinsam mit dem Hilliard Ensemble ein spannendes Konzertprogramm.

Für #asktheorchestra am 6. Oktober, 18.30-20.30 Uhr, beantwortet Orchestermusiker Ulrich König (Oboe) unter @Oboenkoenig Eure Fragen!

 

Mittwoch ist Verlosungstag!

Heute ist schon der letzte Mittwoch des Beethovenfestes Bonn 2012! Da gibt es natürlich etwas ganz besonders Schönes zu gewinnen:

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Passend zum Beginn des Beethoven-Symphonien-Zyklus heute Abend, verlosen wir unter allen richtigen Antworten auf unsere Gewinnfrage die DVD-Box mit der Dokumentation »Das Beethoven-Projekt« und den Konzertaufzeichnungen der neun Beethoven-Symphonien vom Beethovenfest Bonn 2009! Es spielt die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter Paavo Järvi.

In diesem Jahr spielt das Philharmonia Orchestra an fünf aufeinanderfolgenden Tagen alle neun Beethoven-Symphonien. Karten gibt es hier!

Die Gewinnfrage: Welcher Dirigent dirigiert das Philharmonia Orchestra beim Beethoven-Symphonien-Zyklus in Bonn 2012?

Unter allen richtigen Antworten an marketing@beethovenfest.de bis Montag, 8.Oktober, verlosen wir die DVD-Box zum »Beethoven-Projekt«. Viel Glück!