Ludwig van Beethoven: Fidelio – Ouvertüre

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Im Rahmen des Beethovenfestes Bonn 2013 widmete sich Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen der einzigen Oper von Ludwig van Beethoven, dem »Fidelio«. Hier könnt Ihr noch einmal das dynamische und mitreißende Spiel der Ensembles in der Ouvertüre verfolgen.

Unsere Stars für das Tweetup #befespark – Teil 7: Ulrich Tukur (Rezitation)

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Photo: © Katharina John

Ulrich Tukur wuchs in Westfalen, Hessen und Niedersachsen auf. Er studierte Germanistik, Anglistik und Geschichte an der Universität Tübingen und arbeitete unter anderem als Musiker. Dabei wurde er für die Bühne entdeckt und begann 1980 an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart eine Ausbildung in Schauspiel. Nach Beendigung des Schauspielstudiums 1983 wurde er von den Städtischen Bühnen Heidelberg engagiert.

Noch zu Studienzeiten ermöglichte ihm Michael Verhoeven, erstmals in einem Film mitzuwirken: In »Die weiße Rose« spielte er den Studenten und Angehörigen des Widerstandskreises gegen die NS-Diktatur Willi Graf. Bei einem späteren Engagement in München in Ferdinand Bruckners »Krankheit der Jugend« wurde Peter Zadek auf ihn aufmerksam, woraus sich eine fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit ergab, die 1984 schließlich zu Tukurs Durchbruch am Theater führte. Tukur spielte unter Zadek zunächst an der Freien Volksbühne Berlin als SS-Offizier Kittel in Joshua Sobols Stück »Ghetto«. Später wurde für beide das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg zu ihrer künstlerischen Heimat – für Zadek als Intendanten und für Tukur von 1985 bis 1995 als Ensemblemitglied in zahlreichen Haupt- und Nebenrollen. Insbesondere konnte er unter Zadek in Shakespeares »Wie es euch gefällt«, in Zadeks Inszenierung der »Lulu« von Frank Wedekind als Alwa Schön sowie als Hamlet in der Inszenierung von Michael Bogdanov überzeugen. 1986 wurde er von den deutschen Theaterkritikern zum Schauspieler des Jahres gekürt. Von 1995 bis 2003 leitete er zusammen mit Ulrich Waller als Intendant die Hamburger Kammerspiele, die er mit der Rolle des Beckmann in Wolfgang Borcherts »Draußen vor der Tür« eröffnete. Im November 2010 gab Ulrich Tukur sein Debut als Tatort-Ermittler Felix Murot für den Hessischen Rundfunk.

1995 gründete Ulrich Tukur die Tanzkapelle Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys, mit der er viele Tourneen gespielt und verschiedene Tonträger veröffentlicht hat.

Unsere Stars für das Tweetup #befespark – Teil 6: Mojca Erdmann als Marzelline

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Photo: © Felix Broede

In Hamburg geboren, begann Mojca Erdmann im Alter von 14 Jahren ein Gesangsstudium bei Evelyn Herlitzius und arbeitete anschließend mit Hans Sotin an der Kölner Musikhochschule, wo sie auch Geige studierte. Zurzeit wird sie von Ingrid Figur betreut. Beim Bundeswettbewerb Gesang gewann sie 2002 den ersten Preis in der Kategorie Konzert sowie den Sonderpreis für Zeitgenössische Musik. Im August 2005 erhielt sie den NDR Musikpreis beim Schleswig-Holstein Musik Festival und den Luitpold Preis beim Musikfestival Kissinger Sommer.
Schon als Studentin gehörte Mojca Erdmann zum Ensemble der Komischen Oper Berlin und trat zudem an der Deutschen Oper Berlin sowie in Basel und Mannheim auf. 2006 gab sie ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen mit der Titelpartie von Mozarts »Zaide« und sang dort im Jahr darauf die Rolle der Zelmira in Haydns »Armida«. Mit den Berliner Philharmonikern wirkte sie in der Aufführung und Aufnahme von Ravels »L’Enfant et les sortilèges« mit. Rattle lud sie zudem ein, den Waldvogel in einer Neuinszenierung von Wagners »Siegfried« in Aix-en-Provence und bei den Salzburger Osterfestspielen zu singen.
Als gefragte Interpretin von Werken des zeitgenössischen Musiktheaters gab Mojca Erdmann ihr Debüt an der Berliner Staatsoper in der Uraufführung von Takemitsus »My Way of Life«. 2010 feierte sie einen großen Erfolg bei den Salzburger Festspielen, als sie in der Uraufführung von Wolfgang Rihms neuer Oper »Dionysos« die führende Sopranpartie sang. Sie genießt darüber hinaus großes Ansehen als Konzert- und Liedersängerin. In der Saison 2010/11 sang sie mit dem Mahler Chamber Orchestra auf einer Fernost-Tournee sowie bei Konzerten in Dortmund und Leipzig Mahlers vierte Symphonie und Auszüge aus »Des Knaben Wunderhorn« und mit dem Münchener Kammerorchester ist sie in Pergolesis »Stabat Mater« in München und Köln zu hören.
2010 wurde Mojca Erdmann Exklusivkünstlerin von Deutsche Grammophon. Ihre erste Studioaufnahme unter dem neuen Vertrag – »Mostly Mozart« – erschien im April 2011.

Unsere Stars für das Tweetup #befespark – Teil 5: Burkhard Fritz als Florestan

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Photo: Burkhard Fritz © Monika Rittershaus

Burkhard Fritz studierte in seiner Heimatstadt Hamburg Medizin und erhielt gleichzeitig seine Gesangsausbildung bei Frau Ute Buge und bei Alfredo Kraus. Von 2000 bis 2006 wurde der Sänger von Arturo Sergi betreut.
Sein erstes Engagement führte Burkhard Fritz an das Stadttheater Bremerhaven, danach war er fest am Musiktheater in Gelsenkirchen engagiert (2000-2004). Dort sang er neben dem lyrischen Fach auch den Max im »Freischütz«, Parsifal und Benvenuto Cellini.
Seit 2004 ist Burkhard Fritz mit der Staatsoper Berlin verbunden. In dieser Zeit konnte er sich auch im italienischen Fach als Cavaradossi in »Tosca«, als Alvaro in »La forza del destino« und als Don José in »Carmen« profilieren. Unter der Leitung von Daniel Barenboim sang er den Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg« und den Lohengrin.
Zu Gastproduktionen war Burkhard Fritz eingeladen als Parsifal an der Staatsoper Wien und bei den Salzburger Festspielen 2007 als Benvenuto Cellini. Bei den Münchner Opernfestspielen 2008 gab der Sänger sein Debüt als Bacchus in »Ariadne auf Naxos«. Danach folgte der Prinz in »Rusalka« an der Oper Brüssel und der Stolzing an der Oper Graz. Großen Erfolg konnte der Sänger mit dem Paul in »Die tote Stadt« am Teatro Real in Madrid verbuchen und auch im italienischen Fach mit dem Henri in »I Vespri Siciliani« an der Oper Amsterdam. Im Sommer 2011 gab Burkhard Fritz sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen als Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 2012 war er dort als Parsifal zu hören.
Der Sänger ist auch häufig in Konzerten zu hören: So war er mit der neunten Symphonie von Beethoven an der Mailänder Scala als Gast. In der Hamburger Laeiszhalle war er im »Lied von der Erde« zu hören und in München folgte »Das Buch mit sieben Siegeln« von Franz Schmidt. Letzthin hatte der Tenor großen Erfolg mit der achten Symphonie von Mahler unter Gustavo Dudamel in Los Angeles.

Unsere Stars für das Tweetup #befespark – Teil 4: Cécile Perrin als Leonore

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Photo: Cécile Perrin © privat

Cécile Perrin studierte bei Régine Crespin am Conservatoire National Supérieur de Musique  in Paris und war Mitglied am Opernstudio in Lyon.
Sie hat inzwischen viele der großen Mozart-Rollen interpretiert, darunter sowohl die Donna Elvira als auch die Donna Anna, die Fiordiligi, die Konstanze und die Contessa. Außerdem spielte sie unter anderem die Titelrolle in »Thaïs«, die Marguerite in »Faust«, die Hilda in Reyer’s »Sigurd«, die Musetta in »La Bohème«, die Tatjana in »Eugen Onegin«, die Blanche in »Dialogues des Carmélites«, die Rosalinde in »Die Fledermaus« und die Pauline in »Polyeucte«.
Cécile Perrin ist bereits in vielen Opernhäusern aufgetreten, darunter die Opéra National in Paris, Orange, Lyon, Marseille, Bordeaux, Nantes, Nice, Liège sowie die Opernhäuser in Monte­video und Peking. Außerdem war sie zu Gast bei den Festivals in Chartres, Lacoste und Massenet de Saint-Etienne sowie beim Festival de La Chaise-Dieu.
Bei diesen Auftritten sang sie die Leonore in »Fidelio« (Bordeaux), die Senta in »Der fliegende Holländer« (Nationale Reisopera Enschede, Dijon und St. Etienne), die Titelrollen in »Macbeth« (Dijon), »Tosca« (Massy, Dijon, Montevideo) und Massenet’s Ariane (St. Etienne), die Rozène in Lalo’s »Le Roi d’Ys« (Peking, Michel Plasson/Nicolas Joel), Verdi’s Requiem (Strasbourg), die Wesendonck-Lieder und Isolde’s Tod (Salle Pleyel, Paris).
Zuletzt spielte sie die Titelrollen in »Aida« (Wiener Staatsoper), »Madame Butterfly« (Bordeaux) und »Turandot« (Metz) sowie die Miss Jessel in »The Turn of the Screw« (Rennes, Tours), außerdem übernahm  sie den Sopran­part in Beethovens Neunter Symphonie (Stade de France), die Madame Lidoine in »Dialogues des Carmélites« (Bordeaux), die Elektra in »Idomeneo« (Caen, Luxembourg und Poissy) und die Leonore in »Fidelio« (Rouen).

F wie Fidelio

Beethoven-Blog-Lexikon

Nur eine einzige Oper hat Beethoven geschrieben – die dafür aber zwei Namen („Fidelio“ oder „Leonore“), vier Ouvertüren – und wie daraus schon ersichtlich ist, eine bemerkenswerte Entstehungsgeschichte hat.

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1804 beauftragte der Direktor des Theater an der Wien Beethoven, die Oper „Leonore“ zu schreiben, die dann am 20. November 1805 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde. Es geht um Leonore, die sich als Mann verkleidet (und Fidelio nennt), um bei dem Kerkermeister Rocco in Dienst treten zu können. Leonores Ehemann wurde unschuldig gefangen genommen und siewill ihn aus dem Kerker befreien, was zu guter Letzt auch gelingt. Die Oper wurde jedoch nicht gerade begeistert aufgenommen, wie man z.B. aus Kotzebues Rezension entnehmen kann: „Eine neue Beethovensche Oper: Fidelio, oder die eheliche Liebe, gefiel nicht. Sie wurde nur einigemale aufgeführt und blieb gleich nach der ersten Vorstellung ganz leer. Die Melodien sowohl als die Characteristik vermissen, so gesucht auch manches darin ist, doch jenen glücklichen, treffenden, unwiderstehlichen Ausdruck der Leidenschaft, der uns aus Mozartschen und Cherubinischen Werken so unwiderstehlich ergreift.“

Nach einer Revision durch Beethoven selbst, wird am 29. März 1806 die zweite Fassung von „Fidelio“ aufgeführt. Die Resonanz ist etwas besser, jedoch überwirft sich Beethoven nun mit der Intendanz und zieht die Partitur zurück. Erst acht Jahre später wird die Oper erneut angefragt und von Beethoven im März 1814 komplett überarbeitet. Er schreibt in einem Brief: „(…) geschwinder würde ich etwas neues schreiben, als jezt das Neue zum alten (…). Die Partitur von der oper ist so schrecklich geschrieben als ich je eine gesehn habe, ich muß Note für Note durchsehn, (sie ist wahrscheinlich gestohlen) kurzum ich versichre sie (…), die oper erwirbt mir die Märtirerkrone“.

Die ungeliebte Arbeit sollte sich jedoch lohnen: In der Neufassung, die am 23. Mai 1814 aufgeführt wurde, war „Fidelio“ endlich Erfolg beschieden. In der zweiten Aufführung drei Tage später erklang dann auch die vierte – und damit letzte – Ouvertüre, die nicht rechtzeitig fertig geworden war.

Quelle: Beethoven-Haus