Aus der Schatztruhe #6 – Beethovens Opus magnum

Die 9. Sinfonie in d-Moll op. 125 ist wohl die berühmteste und revolutionärste nicht nur unter den Beethovschen Sinfonien. Selbst für Nicht-Liebhaber klassischer Musik ist der Schlusschor ein berauschender Ohrwurm, dem sich wahrlich niemand zu entziehen vermag. Fertiggestellt Anfang 1824 und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen gewidmet, spiegelt dieses großartige Werk einen demokratischen Zeitgeist und Werte wider, die in einer vom Humanismus geprägten Gesellschaft bis heute Gültigkeit haben. Am 4. September 2001 wurde das in der Staatsbibliothek zu Berlin befindliche Autograph deshalb in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.

Schon in der letzten Bonner Zeit plante der noch junge Beethoven eine Komposition über Schillers Ode »An die Freude«, wie aus einem Brief vom 26. Januar 1793 des Bonner Juristen Bartholomäus Ludwig Fischenich an Charlotte von Schiller hervorgeht: »Er wird auch Schillers Freude, und zwar jede Strophe bearbeiten. Ich erwarte etwas Vollkommenes, denn (…) er ist ganz für das Große und Erhabene (…).«
Im März 1824 war es schließlich soweit und Beethoven kündigte dem Verlag B. Schott’s Söhne in Mainz sein Opus magnum an: »(…) – in ansehung von neuen Werken, welche sie von mir zu haben wünschten, trage ich ihnen folgende an, (…) eine neue große Sinfonie, welche mit einem Finale (…) jedoch weit größer gehalten mit Solo’s u. Chören von Singstimmen die worte von Schillers unsterbl. bekannten lied an die Freude schließt.

Beim Beethovenfest gehört jenes Werk gewissermaßen zum festen Bestandteil. Bereits 1845 beim ersten Beethovenfest gespielt, fand die Ode beinahe bei jedem weiteren Beethovenfest Eingang in die Programmbücher – insgesamt 39 Mal und teilweise auch mehr als nur einmal pro Festival.
Dieses Jahr werden die Bamberger Symphoniker, dessen Chor und namhafte Solisten unter der Leitung Jonathan Notts Beethovens »9.« zum Erklingen bringen. Sie reihen sich somit in eine lange Tradition des Beethovenfestes ein, in der Namen wie Günter Wand mit dem Gürzenich-Orchester, Herbert von Karajan mit den Berliner Philharmonikern oder Paavo Järvi mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen aufleuchten.
Wir dürfen also auch 2013 wieder auf jenen beliebten Klassiker gespannt sein, der den ein oder anderen vielleicht zu einem innerlichen Mitsummen oder sogar zu mehr anregen wird. Doch mit Sicherheit wird er jedem Konzertbesucher ein Lächeln auf die Lippen zaubern, wenn Schillers Worte wieder erschallen:

»Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein;
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!«

Beethoven Symphony Nr. 9 mit den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado
https://www.youtube.com/watch?v=YgIrf_zTJco

Quellen und Literatur:

– Ludwig van Beethoven. Briefwechsel. Gesamtausgabe in 7 Bde., hrsg. von Sieghard  Brandenburg, München 1996-1998, hier Bd. 5 (1996): 1823-1824, S. 278.
– Das Werk Beethovens. Thematisch-bibliographisches Verzeichnis seiner sämtlichen vollendeten Kompositionen von Georg Kinsky. Nach dem Tode des Verfassers abgeschlossen und herausgegeben von Hans Halm, 1955/1983 München, hier insbesondere S. 371-380.
– Die Beethovenfeste in Bonn 1845-2003. Eine Veröffentlichung des Beethovenhauses und der Internationalen Beethovenfeste Bonn, hrsg. von Manfred van Rey u. a., 2 Bde., Bonn 2003.

#asktheorchestra: Orchestervorstellung #1

Bei unserem Twitter-Event #asktheorchestra antworten am 6. Oktober Vertreter von fünf international bekannten Orchestern auf Eure Fragen. Wir stellen ab heute täglich eins dieser Orchester vor.

City_of_birmingham_symphony_orchestra_c_cbso2012

City of Birmingham Symphony Orchestra @theCBSO

  • Biography of the orchestra in English.

Das City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) eröffnete in diesem Jahr das Beethovenfest Bonn unter Andris Nelsons mit der 9. Symphonie Beethovens.

Im letzten Jahr feierte das Orchester sein 90-jähriges Bestehen. Als Hausorchester der Symphony Hall ist es fest in der Stadt Birmingham verwurzelt, tritt aber weltweit auf allen großen Bühnen auf. Beim Beethovenfest Bonn war das CBSO mit seinen rund 90 Mitgliedern zum ersten Mal im Jahre 2009.

Für #asktheorchestra am 6. Oktober, 18.30-20.30 Uhr, beantwortet Stephen Maddock, Leiter des Orchestervorstandes, unter @theCBSO Eure Fragen!

In diesem Film berichtet u.a. Stephen Maddock, wie 2008 der neue Chef-Dirigent Andris Nelsons ausgewählt wurde: