#asktheorchestra: Orchestervorstellung #4

Heute stellen wir das vierte Orchester vor, das bei unserem Twitter-Event #asktheorchestra am 6. Oktober dabei ist:

Die_deutsche_kammerphilharmoniebremen_c_julia_baier2012

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen @Oboenkoenig

–    Biography of the orchestra in English.

Seit 2008 ist die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen Residenzorchester des Beethovenfestes Bonn und jährlich in Bonn zu Gast. Im Jahr 2004 übernahm der estnische Dirigent Paavo Järvi die künstlerische Leitung des Orchesters. Ein Höhepunkt der Zusammenarbeit war das weltweit erfolgreiche Beethoven-Projekt: 2009 war der komplette Zyklus aller neun Sinfonien Beethovens mit Paavo Järvi in Paris, bei den Salzburger Festspielen und beim Beethovenfest Bonn zu erleben. Im September 2010 ging die mehrfach ausgezeichnete TV-Dokumentation der Deutschen Welle über das Beethoven-Projekt auf Sendung und im Oktober folgten alle neun in Bonn aufgezeichneten Beethoven-Sinfonien auf DVD. Die DVD-Box verlosen wir in dieser Woche hier.

Beim Beethovenfest Bonn 2012 spielte die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter Herbert Blomstedt Beethovens „Missa solemnis“.  Unter Paavo Järvi präsentierte sie in einem zweiten Konzert gemeinsam mit dem Hilliard Ensemble ein spannendes Konzertprogramm.

Für #asktheorchestra am 6. Oktober, 18.30-20.30 Uhr, beantwortet Orchestermusiker Ulrich König (Oboe) unter @Oboenkoenig Eure Fragen!

 

Advertisements

Vorfreude auf das Beethovenfest

In unserer Reihe „Vorfreude auf das Beethovenfest“ haben wir Künstler befragt, worauf sie sich bei ihrem Konzert beim Beethovenfest am meisten freuen. Hier das neueste Video mit Florian Donderer, dem Konzertmeister der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

Vorfreude #7 – Florian Donderer

Beim Beethovenfest spielt Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen am 30.9. in der Beethovenhalle unter anderem Erkki-Sven Tüürs »Questions …« für Männerstimmen und Streicher.

Die Deutsche Kammerphilharmonie ist auch am 14.9. beim Beethovenfest zu Gast und spielt dann die Missa solemnis (siehe Video: Vorfreude #5 – Florian Donderer).

Weitere Videos der Vorfreude-Reihe sind:

Vorfreude #6 – Pierre-Laurent Aimard

Vorfreude #5 – Florian Donderer

Vorfreude #4 – Jukka-Pekka Saraste

Vorfreude #3 – Hana Svobodova

Vorfreude #2 – Tugan Sokhiev

Vorfreude #1 – Patricia Kopatchinskaja

M wie Missa solemnis

Beethoven-Blog-Lexikon

Beethovens Messe in D-Dur für vier Solostimmen, Chor, Orchester und Orgel op. 123 ist besser bekannt als Missa solemnis, was so viel heißt wie feierliche Messe. Beethoven hielt die Missa solemnis für sein bedeutendstes Werk. Grund genug, ihr den heutigen Eintrag im Beethoven-Blog-Lexikon zu widmen. (Hörbeispiele hier)

Im Jahr 1807 schrieb Beethoven seine erste Messe, die C-Dur-Messe op. 86, im Auftrag von Fürst Nikolaus II. von Esterházy und stand bei dieser Gattung in direktem Vergleich zum großen Haydn. Esterházys Urteil fiel vernichtend aus: „Die Messe von Beethoven ist unerträglich,
lächerlich und scheußlich, ich bin nicht davon überzeugt, daß sie überhaupt anständig
aufzuführen wäre; ich bin deshalb wütend und beschämt.“

Erst zwölf Jahre später sollte sich Beethoven wieder an eine Messe wagen. Anlass war die Ernennung des Erzherzogs Rudolph – ein Freund, Schüler und Gönner Beethovens (siehe auch Beethoven-Blog-Lexikon G wie G-Dur-Konzert) – zum Erzbischof von Olmütz. Tatsächlich brauchte Beethoven für die Missa solemnis sehr viel länger als geplant und hielt sowohl Verleger als auch Erzbischof Rudolph immer wieder hin.

Erzbischof Rudolph erhielt erst drei Jahre nach seiner Inthronisation die fertige Messe, die in die traditionellen fünf Sätze Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei aufgeteilt ist. Uraufgeführt wurde sie am 7. April 1824 in St. Petersburg. Im selben Jahr konnte Beethoven sie für 1000 Gulden an den Mainzer Verlag Schott verkaufen. Ebenfalls an Schott ging die 9. Sinfonie für 600 Gulden, wie Beethovens Autorisation zeigt.

800px_beethoven_9_symphonie_missa_solemnis_autorisation_manuscrite

Die Stichvorlage zur Missa solemnis – eine Abschrift von 440 Seiten, die zahlreiche handschriftliche Eintragungen Beethovens enthält – befindet sich heute im Besitz des Beethoven-Hauses Bonn. Da die Originalabschrift nicht mehr vollständig erhalten ist, ist gerade diese Stichvorlage für die Quellenforschung sehr wichtig. Beethoven lieferte sie 1825 an den Schott-Verlag nach – mit der Begründung: „die alte partitur war zu beschmiert um ihnen zu schicken, die neue ist auf‘s sorgfältigste durchgesehn worden, wahrlich keine kleine Mühe bey einem Kopisten, der kaum versteht, was er schreibt!“

Beim Beethovenfest wird die „Missa solemnis“ am 14.9. unter der Leitung von Herbert Blomstedt aufgeführt: http://www.beethovenfest.de/programm/Blomstedt-Missa-Solemnis/640/