Beethoven und die Familie

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Ludwig van Beethovens Eltern Johann und Maria Magdalena van Beethoven

Beethoven hatte es nicht immer leicht mit seiner Familie. Sein Vater Johann van Beethoven und seine Frau Maria Magdalena bekamen insgesamt sieben Kinder, von denen vier bereits im Kindesalter verstarben. Ludwig wuchs mit seinen Brüdern Kaspar Karl und Nikolaus Johann auf. Sein Vater Johann war Sänger in der Hofkapelle des Kurfürsten in Bonn und hatte von Beethovens Großvater, der ebenfalls Ludwig hieß, ein großes Vermögen geerbt. Beethoven war sein Großvater sehr wichtig und er betrachtete ihn als Vorbild. Ludwig van Beethoven der ältere war ein angesehener Musiker mit lebhaften Augen, der in der ganzen Stadt respektiert war und es zu einigem Wohlstand gebracht hatte. Während Beethoven seinen Großvater bewunderte und sich später ein Ölgemälde von ihm in seine Wohnung hängte, war das Verhältnis zu seinem Vater eher kompliziert. Johann van Beethoven war dem Alkohol zugeneigt und sehr streng zu seinen Kindern. Das Geld seines Vaters hatte Johann schnell ausgegeben und so war die Familie geplagt von Geldsorgen. Beethovens Vater erkannte das Talent seines Sohnes schnell und stellte diesen als Wunderkind dar. Beethovens Mutter Maria Magdalena dagegen war das Gegenteil von ihrem Ehemann. Sie zeichnete sich durch ihre Ernsthaftigkeit aus und hielt die Familie zusammen. Ihr erster Ehemann starb als sie 18 Jahre alt war, später lernte sie dann Beethovens Vater kennen. Nach ihrem Tod im Jahr 1787 verfiel Beethovens Vater immer mehr dem Alkohol, so dass sich Ludwig allein um seine zwei Brüder kümmern musste. Da Beethoven schon mit 12 Jahren am Hofe musizierte und bereits Klavier, Geige, Cembalo und Bratsche auf hohem Niveau spielte, konnte er die Familie mit seinem Musikergehalt finanzieren.

Mit seinen zwei Brüdern verbrachte Beethoven als Kind viel Zeit, es wird berichtet, dass er besonders mit seinem Bruder Johann viele Streiche ausgeheckt haben soll. Später ziehen alle drei Brüder nach Wien. Kaspar Karl nennt sich von da an nur noch Karl und versucht als Musiker Erfolg zu haben. Nachdem das aber nicht so recht klappt, wird er zu Beethovens Sekretär und ist für seine geschickte Verhandlungstaktik berüchtigt. Als Karl seine Frau Johanna Reiss kennenlernt, wird das Verhältnis zu Beethoven schlechter. Beethoven kann Johanna nicht leiden, nennt sie die „Königin der Nacht“ und führt nach Karls Tod einen erbitterten Streit um das Sorgerecht für Johannas Sohn Karl. Beethovens Bruder Nikolaus Johann macht zunächst eine Apothekerlehre in Bonn. Er heiratet seine Haushälterin Therese Obermayer, die Beethoven ebenfalls nicht leiden kann und angeblich „Fettlümmel“ genannt haben soll. Nikolaus Johann leiht Beethoven zwar Geld wenn der in finanziellen Nöten ist, fordert dafür aber Kompositionen als Pfand. Alle drei Beethoven-Söhne waren also zähe Verhandlungspartner und sich in dieser Beziehung gar nicht so unähnlich.

Quelle: Beethoven-Haus Bonn

Beethoven-Blog-Lexikon: K wie Karl

„Gott ist mein Zeuge, was ich schon durch ihn durchstehen musste…“ schrieb Beethoven am 6. Oktober 1824 in einem Brief.
Die Rede ist von Karl, seinem zu dem Zeitpunkt 18-jährigen Neffen, der nach einem Besuch bei Beethoven für eine Weile nicht mehr auffindbar war. Das Verhältnis der beiden war angespannt. Beethoven erwartete viel von Karl, für den er nach dem Tod seines Bruders Kaspar 1815 das Sorgerecht übernommen hatte. Schon das ging nicht reibungslos vonstatten, wie zahlreiche Briefe um die Sorgerechtsstreitigkeiten mit Karls Mutter Johanna belegen. Erst eine Verfügung des Niederösterreichischen Landrechts setzte Beethoven 1816 zum alleinigen Vormund ein. Sein Kontakt zu dem Jungen blieb belastet. Nach der Schulzeit, in der Karl zeitweise bei seinem Onkel wohnte, nahm er zunächst ein Philosophie-Studium an der Universität auf. Gegen Beethovens Willen brach er es Anfang 1825 ab, um stattdessen eine kaufmännische Ausbildung aufzunehmen. Während Beethoven sich in die Vaterrolle stürzte, hatte Karl seinen eigenen Kopf, was immer wieder zu Reibereien führte. Am 6. August 1826 kam es zur Katastrophe: Karl unternahm einen Selbstmordversuch, den er knapp überlebte. Die Probleme zwischen beiden blieben bestehen. Karl schlug  eine militärische Laufbahn ein und Beethoven übertrug noch kurz vor seinem Tode 1827 wieder der leiblichen Mutter Johanna das alleinige Sorgerecht.

 

Quelle: Beethoven-Haus Bonn

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