Look at Beethoven – Best-Of

Sechs Mal hat der Kurzfilmwettbewerb »Look at Beethoven« nun schon stattgefunden. In dieser Zeit ist eine große Auswahl verschiedenster Filme entstanden, die nicht allein Beethoven gewidmet sind, sondern auch ganz allgemein die Beziehung zwischen Klang und Bild, die Herausforderung klassische Musik visuell umzusetzen, thematisieren. Ein Best-Of der Kurzfilme wird heute Abend ab 19 Uhr im Kunstmuseum Bonn präsentiert. Es moderiert der Regisseur Enrique Sánchez Lansch.

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Zum ersten Mal hat in diesem Jahr auch ein von der Mercator Stiftung geförderter Filmworkshop stattgefunden. Der Workshop »Auf Augenhöhe« bietet Studierenden und Schülern die Möglichkeit, den Orchestercampus von Deutsche Welle und Beethovenfest filmisch zu begleiten. Erste Ergebnisse werden ebenfalls heute im Kunstmuseum Bonn vorgestellt.

Als kleinen Vorgeschmack für den Filmabend können Sie sich auf unserer Website schon einige Clips der letzten Jahre ansehen: Look at Beethoven

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Bonns „6. Jahreszeit“: Das Beethovenfest

Ab Freitag, 7.9. beginnt in Bonn wieder die sechste Jahreszeit der Region – so jedenfalls bezeichnete Dr. Christof Ehrhart (Deutsche Post DHL) auf der heutigen Auftaktpressekonferenz das Beethovenfest Bonn…

Karten für das Beethovenfest Bonn gibt es hier.

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Umfangreiches Rahmenprogamm mit 106 Veranstaltungen
Insgesamt 174 Veranstaltungen bietet das Beethovenfest Bonn 2012 vom 7. September bis 7. Oktober unter dem Motto „Eigensinn. Über das Wahre in der Kunst“ an. Das Rahmenprogramm hat das Beethovenfest Bonn erneut in Kooperation mit oftmals langjährigen Partnern und Institutionen in der Stadt und internationalen Partnern weltweit zusammengestellt und mit 106 Angeboten nochmals ausgeweitet. Zum Rahmenprogramm gehören Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Diskussionsrunden, Filmvorführungen, Workshops und Education-Projekte, viele der Veranstaltungen sind kostenfrei zugänglich.

Ilona Schmiel, Intendantin des Beethovenfestes Bonn, sagte auf der heutigen Pressekonferenz: „In unseren 68 Konzerten im Hauptprogramm des Beethovenfestes Bonn 2012 beweisen wir und die Künstler programmatischen Eigensinn im positiven Sinne des Wortes: Ob es die Cage-Nacht ist, das Konzert der Deutschen Kammerpilharmonie Bremen unter Leitung von Paavo Järvi mit dem Hilliard Ensemble ist, das des Münchener Kammerorchesters mit Patricia Kopatchinskaja und Alexander Liebreich oder der „olympische“ Beethoven-Symphonien-Zyklus mit Esa-Pekka Salonen und dem Philharmonia Orchestra. Auch die mit vielen Partnern entwickelten 106  Veranstaltungen im Rahmenprogramm sind vielfach eigensinnig.“

Eine Auswahl:

Die Post Tower Lounge Konzerte sind seit 2004 fester und beliebter Bestandteil des Begleitprogramms zum Beethovenfest Bonn. Das Programm der 26 Veranstaltungen in den Räumlichkeiten der Deutschen Post DHL wird vom Beethovenfest Bonn kreiert. Die Deutsche Post DHL ist einer der Hauptsponsoren des Beethovenfestes. Viele der Künstler, die in Post Tower Lounge auftreten, sind im positiven Wortsinn eigensinnig. Es sind individuelle Persönlichkeiten, die etwas Besonderes zu sagen haben, wie Michael Carstens, der bereits in den letzten Jahren zu Gast in der Lounge war. In diesem Jahr lädt er an zwei Abenden in seine Video-Lounge ein. HannaH Walter, die junge Geigerin, trat letztes Jahr mit Michael Carstens in der Post Tower Lounge auf. In diesem Jahr ergründet sie in „Musik und Gespräch“ gemeinsam mit dem Musikjournalisten Christoph Vratz Eric Tanguys „Élégie“. Ebenfalls neu ist die Konzertserie „Kammermusik der Welten“. Drei Konzerte zu den Themen Frankreich, Brasilien und Island widmen sich der Nähe von klassischer und populärer traditioneller Musik. Bereits etabliert sind die Reihen „Junge Bühne“, Kammermusik, Chanson, Lied und die Jazz-Matineen am Sonntagvormittag.

Zu dem Kurzfilmwettbewerb „Look at Beethoven“ gehört erneut eine Filmreihe mit Musikdokumentationen, die sich einzelnen Aspekten des Festivalprogrammes widmen. In „Der Taktstock“ von Michael Wende steht der Beruf des Dirigenten im Mittelpunkt. Teilnehmer des Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs werden filmisch begleitet. Herbert Blomstedt, der beim Beethovenfest Bonn 2012 mit der Deutschen Kammerpilharmonie Bremen Beethovens „Missa solemnis“ aufführt, gibt in dem Dokumentarfilm persönliche Einblicke in sein Dirigentendasein (14.9.). Vom Orchestercampus von Deutsche Welle und Beethovenfest Bonn mit dem Turkish National Youth Philharmonic Orchestra inspiriert ist die Vorführung von Fatih Akins „Crossing the Bridge“ (19.9.). Zu John Cages 100. Geburtstag gratuliert das Beethovenfest Bonn mit einer Cage-Nacht am 15. September und der Vorführung des Dokumentarfilms „John Cage – Der Klangtourist“ von Alan Miller (28.9.). „Pianomania“ beschließt die vierteilige Filmreihe. Robert Cibis und Lilian Frank haben den Klavierstimmer und Cheftechniker von Steinway & Sons Stefan Knüpfer begleitet. Sie zeigen ihn unter anderem im Dialog mit Pierre-Laurent Aimard, Lang Lang und Alfred Brendel (29.9.).

Die Sonderausstellung des Beethoven-Hauses Bonn zum Beethovenfest Bonn 2012 beschäftigt sich mit „Beethovens Klaviersonaten“. András Schiff beginnt in diesem Jahr einen auf zwei Jahre angelegten Beethoven-Klaviersonaten-Zyklus; die Ausstellung, die noch bis zum 4. November 2012 zu sehen ist, gibt über Beethovens Originalhandschriften Hinweise auf die Vorstellung, die Beethoven von seinem Werk hatte. Eine zweite Ausstellung, die am 6. September eröffnet und bis zum 9. Oktober gezeigt wird, widmet sich „Schönbergs Beethoven“. 1913 vollendete Arnold Schönberg nach einer elfjährigen Schaffenszeit die „Gurre-Lieder“. Schönberg bezeichnete dieses Werk als Schlüssel zu seiner ganzen Entwicklung, für die auch Beethoven von großer Bedeutung war. Stefan Blunier und das Beethoven Orchester Bonn führen dieses groß besetzte Oratorium für Soli, Chor und Orchester auf Gedichte von Jens Peter Jacobsen am 28. September beim Beethovenfest Bonn 2012 auf.

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Dr. Christof Ehrhart (Direktor Konzernkommunikation und Unternehmensverantwortung Deutsche Post DHL)
Susanne Kessel (Pianistin)


Dr. Christian Meyer (Direktor Arnold Schönberg Center Wien)
Ilona Schmiel (Intendantin des Beethovenfestes Bonn)
Jürgen Nimptsch (Oberbürgermeister der Stadt Bonn)

 

„Ad-hoc-Preis“ beim Bonner Sommerkino – and the winner is…

Zehn Abende und zwanzig Filme – zwischen 77 und 110 Jahren alt – aus neun Nationen, sieben Musiker und zwei Sprecher sowie Stummfilme mit einer Gesamtdauer von mehr als 21 Stunden – das war die Herausforderung, der sich die Jury für den „Ad-hoc-Preis“ des Beethovenfestes Bonn für die beste Livemusikdarbietung bei den Internationalen Stummfilmtagen Bonn 2012 (28. Bonner Sommerkino) zwischen dem 16. und 26. August gestellt hat. Benjamin T. Hilger, Jury-Mitglied und Dramaturgieassistent beim Beethovenfest, stellt fest:

So unterschiedlich wie die Filme gestalteten sich auch die musikalischen Darbietungen – von der effektreichen Schlagwerkbegleitung bis hin zum abwechslungsreichen Spiel auf drei Instrumenten. Bei dieser Vielfalt eine Auswahl zu treffen, war keine leichte Aufgabe.

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Deshalb haben sich meine Jurykollegen Judith Nordbrock, Michael Jurich und ich uns dazu entschlossen, das Preisgeld des diesjährigen „Ad-hoc-Preises“ zu teilen: Den Hauptpreis in Höhe von 1500 Euro erhält Stephen Horne für die musikalische Begleitung des Films Schienen aus dem Jahr 1929. Der Film wirkt vor allem durch die feinfühlige Schilderung der Psyche der Figuren und durch die facettenreichen Stimmungen, die in der Musik von Stephen Horne ihre Entsprechung in atmosphärischen Klanglandschaften fanden. In zarten und leisen Töne, die bis ins Geräuschhafte gesteigert und im Wechsel und gleichzeitig auf Klavier, Flöte und Akkordeon erzeugt wurden, unterstrich oder kontrastierte Horne die Bilder und verlieh ihnen eine zusätzliche Dimension. Stephen Horne wird Schienen am 13. September 2012 im Rahmen des Beethovenfestes Bonn in der Post Tower Lounge erneut musikalisch begleiten.

Einen Sonderpreis in Höhe von 500 Euro vergab die Jury an Günter A. Buchwald für seine Vielseitigkeit, die sich nicht nur in der Unterschiedlichkeit der von ihm begleiteten Filme zeigte, sondern auch im virtuosen Umgang mit seinen Instrumenten Klavier, Violine und Viola. Buchwald begeisterte durch stilistische Vielfalt, breite musikalische Kenntnisse und eine besondere Kreativität, die besonders die Musiken zu Drei ehrliche Banditen und Ein Tag in 100 Jahren mit überraschenden Zusatzeffekten bereicherte und zu begeisternden Stummfilmerlebnissen machte.

Wir danken allen übrigen Teilnehmern: den Pianisten Joachim Bärenz, Richard Siedhoff und Neil Brand, den Perkussionisten Christian Roderburg und Anja Wegmann sowie Viola von Loewis of Menar und Norbert Alich als Filmerzähler. Sie alle haben mit ihren abwechslungsreichen Beiträgen der Jury und dem Publikum bei fast immer hervorragenden Wetterbedingungen im Innenhof der Universität ein unvergessliches Sommerkino beschert.

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Bonner Sommerkino: Ein Jury-Mitglied berichtet…

Benjamin T. Hilger (Dramaturgieassistent beim Beethovenfest Bonn 2012)  ist Mitglied der Jury des „Ad-hoc-Preises“ bei den gerade laufenden Internationalen Stummfilmtagen. Hier berichtet er von einer spannenden Woche:

Zum zweiten Mal vergibt das Beethovenfest Bonn in diesem Jahr den „Ad-hoc-Preis“ für die beste Livemusikdarbietung bei den Internationalen Stummfilmtagen Bonn 2012 (28. Bonner Sommerkino). An zehn aufeinanderfolgenden Abenden versuchen die eingeladenen Stummfilmspezialisten im Innenhof der Universität dem Film das zu geben, was ihm in seinen Anfängen fehlte: Ton, Sprache und Musik. Mit 2000 Euro und einem Auftritt im Rahmen des Beethovenfestes Bonn am 13. September 2012 in der Post Tower Lounge werden der oder die Künstler geehrt, dem oder denen dies am eindrucksvollsten, am bewegendsten, am virtuosesten oder – ganz im Sinne des diesjährigen Beethovenfest-Mottos – am eigensinnigsten gelingt.

Mit meinen Jurykollegen Judith Nordbrock aus Köln und Michael Jurich aus Saarbrücken sitze ich nun schon seit einer guten Woche jeden Abend zusammen mit mehreren hundert Besuchern im zumeist vollbesetzten Innenhof der Universität (den bislang kein Regentropfen berührte!) und tauche ein in die faszinierende Welt des Stummfilms, der weder so stumm ist, wie der Name sagt, noch so schwarz-weiß, wie man gern vermutet.

Interessante Dinge sind da zu sehen: ein gekonnt mit Lehmziegeln jonglierender Charlie Chaplin (Lohntag), eine beklemmende Dokumentation über die Situation der einfachen Bevölkerung in der Weimarer Republik mit einer berührenden Geschichte über das Schicksal einer Familie (Mutter Krausens Fahrt ins Glück), ein zum Brüllen komisches Komikerpaar, welches eine Schmugglerbande zur Strecke bringt (Pat und Patachon als Polizisten), ein knallbunt handkolorierter Film, der vor 110 Jahren (!) gedreht wurde (Die phantastische Reise nach dem Monde), die herrlich erzählte und kunstvoll gefilmte Dokumentation über die olympischen Winterspiele von 1928 (Das weiße Stadion) und ein liebenswerter Western über drei Pferdediebe, die einer jungen Frau in Not tragisch zum Glück verhelfen (Drei ehrliche Banditen) und vieles, vieles mehr.

So abwechslungsreich und vielseitig sich die Filme bisher zeigten, so waren auch die musikalischen Beiträge von Joachim Bärenz (Klavier), Stephen Horne (Klavier, Flöte, Akkordeon), Günter A. Buchwald (Klavier, Violine, Viola), Neil Brand (Klavier), Richard Siedhoff (Klavier) sowie Christian Roderburg und Anja Wegmann (Schlagzeug) – letztere die Gewinner des ersten „Ad-hoc-Preises“ bei den Bonner Stummfilmtagen 2011. Zu den teilweise auf zwei Instrumenten gleichzeitig improvisierenden Musikern kamen an zwei Abenden die Stimmen von Norbert Alich und Viola von Loewis of Menar, die – einer alten Tradition folgend – als Filmerzähler agierten und die Handlung der stummen Filme mit Sprache, Witz und Leben erfüllten.

Bei dieser Vielfalt wird uns als Jury die Entscheidung schwer fallen. Noch ist alles offen, noch sind nicht alle Filme gesehen und die letzten Noten noch nicht gehört. Doch dann wird es ihn geben, den zweiten Gewinner des „Ad-hoc-Preises“ des Beethovenfestes Bonn bei den Internationalen Stummfilmtagen 2012. Wir sind alle gespannt, wem diese Ehre zuteil werden wird!

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© Tina Behrendt