Konzert der Staatskapelle Dresden am 11. April 2013: Verlosung von 3 x 2 Karten

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Bild: © Matthias Creutziger

Am Donnerstag, 11.4. kommt Christian Thielemann mit der Staatskapelle Dresden zu uns nach Bonn. Für das Konzert verlosen wir 3 x 2 Karten.
Einfach Gewinnspielfrage bis zum 10.4., 12 Uhr per E-Mail an marketing@beethovenfest.de beantworten. Die Gewinner werden noch am selben Tag per Mail benachrichtigt.
Viel Glück!
Euer Beethovenfest-Team.

Gewinnspiel-Frage:
An welchem Opernhaus begann Christian Thielemann seine Karriere?

Aus der Schatztruhe #8 – Die Mottos beim Beethovenfest Bonn

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Bild: »Joy« als Motto des Beethovenfestes 2007

Jedes Jahr freuen sich Freunde und Liebhaber des Beethovenfestes Bonn nicht nur auf die Bekanntgabe des Programms, sondern ebenso auf das Motto, das die Leitlinie für die jeweiligen Festivals vorgibt. In einer intensiven Arbeitsphase wird es zusammen mit der Graphikagentur und dem gesamten Team des Beethovenfestes entwickelt, bis man sich schließlich in einer Abstimmung gewissermaßen demokratisch darauf einigt. Es ist deshalb so wichtig, da das Motto trotz Traditionsreichtums die Individualität jedes einzelnen Beethovenfestes ausmacht. Ideen, die Beethovens Werk beeinflussten oder kennzeichnen werden hier aufgegriffen und neu definiert.

So wurde beispielsweise 1999 die Beziehung Beethovens zu seinem Weimarer Geistesverwandten Goethe thematisiert und 2002 stand das Beethovenfest anlässlich des 175. Todestages des Komponisten unter dem Motto »Nicht verloren habt ihr ihn…«.
Von 2004 bis 2007 waren die Beethovenfeste jeweils von einem eigenen Länderschwerpunkt geprägt, die die internationalen Beziehungen Beethovens veranschaulichen: 2004 – im Jahr des EU-Beitritts der Tschechischen Republik – wurde dem böhmisch-mährischen Kulturraum – »Bohemia«, so das Motto – gewidmet. Anton Reicha, einer der größten tschechischen Meister, zählte zu Beethovens Lehrern.
Das Motto 2005 »Liberté« spiegelt Beethovens Zuneigung zur Französischen Revolution wider, die ihn zur »Sinfonia eroica«, zur Oper »Fidelio« und zu den Ouvertüren zu »Egmont« und »Coriolan« inspirierten.
Viele Streichquartette und die sechste Symphonie widmete Beethoven Graf Andrei Rasumowski, Zar AlexanderI. traf ihn anlässlich des Wiener Kongresses und auch Fürst Nikolai Galitzin beauftragte den gebürtigen Bonner mit der Komposition zahlreicher Streichquartette. Das Beethovenfest Bonn 2006 stand so ganz im Zeichen »Rossija« und widmete sich der russischen Musikgeschichte.
2007 leitete sich das Motto »Joy« von dem wohl berühmtesten Werk Beethovens ab – seiner neunten Symphonie, die Beethoven im Auftrag der Philharmonic Society in London komponiert hatte. Seine enge Verbindung zum britischen Empire zeigt sich unter anderem in der Schlachtensymphonie »Wellingtons Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria« op. 91, dessen Widmungsträger Prinzregent Georg August Friedrich von England ist. Der Komponist verarbeitete hier nicht zum ersten Mal die Melodien von »Rule Britannia« und »God save the King«.

Von 2008 bis 2010 ging das Beethovenfest Bonn der Frage nach Intention und Rezeption des Beethovschen Werkes nach. 2008 lautete das Motto »Macht. Musik.«. Ausgehend von Beethovens politischem Vermächtnis beleuchtete das Beethovenfest ideologische Vereinnahmung und Ausgrenzung von Komponisten und deren Werke im 20. Jahrhundert. Lichtgestalten und einzigartige, faszinierende künstlerische Positionen und Musikstile beleuchtete das Beethovenfest Bonn 2009 unter dem Motto »Im Licht – Die romantische Verklärung des Künstlers«. Das Beethovenfest Bonn 2010 ermutigte unter dem Motto »Ins Offene. Utopie und Freiheit in der Musik« Künstler, auf höchstem Niveau neue Formate auszuprobieren, tradierte Grenzen des Konzertrituals zu sprengen und unkonventionelle Ansätze zu suchen.

2011 erinnerte zum 200. Geburtstag von Franz Liszt an das erste Bonner Beethovenfest von 1845, das Liszt initiiert hatte, und 2012 machte das Beethovenfest Musiker zum Gegenstand der Betrachtung, die wie der Bonner Revolutionär – von »Eigensinn« geprägt – ihrer Zeit voraus waren und sind.

Das Motto des diesjährigen Beethovenfestes lautet »Verwandlungen«. Es spiegelt sich im Festivalprogramm vielfältig wider und stellt Musikformen, Künstler und Komponisten in den Mittelpunkt, die durch eine Neuinterpretation des Werkes von Ludwig van Beethoven ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Quelle: Beethovenfest Bonn: Geschäftsbericht für die Jahre 2004 bis 2007 sowie Dokumentation der Presse- und Marketingmaßnahmen 2012.

Aus der Schatztruhe #7 – Romantik pur

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Bild: Anton Bruckner 1894

Die achte Symphonie Anton Bruckners ist ein selten aufgeführtes Werk beim Beethovenfest Bonn. Das erste Mal erklang sie 2001 mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Kent Nagano und wurde im Rahmen des Beethovenfestes erst insgesamt drei Mal zur Aufführung gebracht: 2008 unter Lorin Maazel am Pult der New York Philharmonic und 2011 unter Yannick Nézet-Séguin mit dem Rotterdams Philharmonisch Orkest.
An seiner achten Symphonie arbeitete Bruckner insgesamt drei Jahre, wobei jene Schaffensphase vom großen Erfolg der siebten Symphonie geprägt war. Desto enttäuschter muss Bruckner gewesen sein, dass seine engsten Vertrauten jenem Werk ratlos und überfordert gegenüberstanden. Wegen seiner außerordentlichen Ausdehnung – eine Aufführung beansprucht in etwa 80 Minuten  – wird das Werk für gewöhnlich im Rahmen eines Konzertes nur für sich allein aufgeführt.
Es knüpft an die schon von Beethoven zelebrierte Vorstellung des »per aspera ad astra« an, bei dem der Mensch in Auseinandersetzung mit dem Schicksal und dieses bejahend als Sieger hervorgeht. So zählt das Finale jenes imposanten, hochromantischen Werkes zu den gewaltigsten Sätzen, die Bruckner komponierte.
Dieses Jahr wird Christian Thielemann mit der Staatskapelle das von Bruckner 1887 fertiggestellte Werk zum Besten geben. Der gebürtige Berliner war bereits 1999 beim Beethovenfest Bonn und wurde mit dem Orchester der Deutschen Oper und der Aufführung der »Missa solemnis« Beethovens vom Publikum mit Ovationen gefeiert.

Quelle:
Die Beethovenfeste in Bonn 1845-2003. Eine Veröffentlichung des Beethovenhauses und der Internationalen Beethovenfeste Bonn, hrsg. von Manfred van Rey u. a., 2 Bde., Bonn 2003.
Westermann, Gerhart/Schumann, Karl: Knaurs Konzertführer, München/Zürich 1957, 1969.

Aus der Schatztruhe #6 – Beethovens Opus magnum

Die 9. Sinfonie in d-Moll op. 125 ist wohl die berühmteste und revolutionärste nicht nur unter den Beethovschen Sinfonien. Selbst für Nicht-Liebhaber klassischer Musik ist der Schlusschor ein berauschender Ohrwurm, dem sich wahrlich niemand zu entziehen vermag. Fertiggestellt Anfang 1824 und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen gewidmet, spiegelt dieses großartige Werk einen demokratischen Zeitgeist und Werte wider, die in einer vom Humanismus geprägten Gesellschaft bis heute Gültigkeit haben. Am 4. September 2001 wurde das in der Staatsbibliothek zu Berlin befindliche Autograph deshalb in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.

Schon in der letzten Bonner Zeit plante der noch junge Beethoven eine Komposition über Schillers Ode »An die Freude«, wie aus einem Brief vom 26. Januar 1793 des Bonner Juristen Bartholomäus Ludwig Fischenich an Charlotte von Schiller hervorgeht: »Er wird auch Schillers Freude, und zwar jede Strophe bearbeiten. Ich erwarte etwas Vollkommenes, denn (…) er ist ganz für das Große und Erhabene (…).«
Im März 1824 war es schließlich soweit und Beethoven kündigte dem Verlag B. Schott’s Söhne in Mainz sein Opus magnum an: »(…) – in ansehung von neuen Werken, welche sie von mir zu haben wünschten, trage ich ihnen folgende an, (…) eine neue große Sinfonie, welche mit einem Finale (…) jedoch weit größer gehalten mit Solo’s u. Chören von Singstimmen die worte von Schillers unsterbl. bekannten lied an die Freude schließt.

Beim Beethovenfest gehört jenes Werk gewissermaßen zum festen Bestandteil. Bereits 1845 beim ersten Beethovenfest gespielt, fand die Ode beinahe bei jedem weiteren Beethovenfest Eingang in die Programmbücher – insgesamt 39 Mal und teilweise auch mehr als nur einmal pro Festival.
Dieses Jahr werden die Bamberger Symphoniker, dessen Chor und namhafte Solisten unter der Leitung Jonathan Notts Beethovens »9.« zum Erklingen bringen. Sie reihen sich somit in eine lange Tradition des Beethovenfestes ein, in der Namen wie Günter Wand mit dem Gürzenich-Orchester, Herbert von Karajan mit den Berliner Philharmonikern oder Paavo Järvi mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen aufleuchten.
Wir dürfen also auch 2013 wieder auf jenen beliebten Klassiker gespannt sein, der den ein oder anderen vielleicht zu einem innerlichen Mitsummen oder sogar zu mehr anregen wird. Doch mit Sicherheit wird er jedem Konzertbesucher ein Lächeln auf die Lippen zaubern, wenn Schillers Worte wieder erschallen:

»Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein;
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!«

Beethoven Symphony Nr. 9 mit den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado
https://www.youtube.com/watch?v=YgIrf_zTJco

Quellen und Literatur:

– Ludwig van Beethoven. Briefwechsel. Gesamtausgabe in 7 Bde., hrsg. von Sieghard  Brandenburg, München 1996-1998, hier Bd. 5 (1996): 1823-1824, S. 278.
– Das Werk Beethovens. Thematisch-bibliographisches Verzeichnis seiner sämtlichen vollendeten Kompositionen von Georg Kinsky. Nach dem Tode des Verfassers abgeschlossen und herausgegeben von Hans Halm, 1955/1983 München, hier insbesondere S. 371-380.
– Die Beethovenfeste in Bonn 1845-2003. Eine Veröffentlichung des Beethovenhauses und der Internationalen Beethovenfeste Bonn, hrsg. von Manfred van Rey u. a., 2 Bde., Bonn 2003.

Aus der Schatztruhe #5 – Genie und Wahnsinn: Die Launen des Ludwig van B.

Beethoven

Nicht selten stehen Genie und Wahnsinn in einem engen Zusammenhang. Zumindest dürfte das auch bei Ludwig van Beethoven der Fall gewesen sein, dem des Öfteren schlechte Laune, Griesgram und sogar eine gewisse Portion Feindseligkeit nachgesagt wurde. Dass er beispielsweis sehr hart mit seinen Musikerkollegen ins Gericht ging, zeigt der berühmte Satz Beethovens, den er einem Violinisten gegenüber äußerte, der sich über eine seiner Meinung nach unspielbare Passage beschwerte: »Als ich dieses Stück komponiert habe, war ich mir der Inspirierung vom allmächtigen Gott bewußt. Glauben Sie, ich kann auf Ihre kümmerliche kleine Geige Rücksicht nehmen, wenn er zu mir spricht?«
Für den Pianisten von Felsburg, der das erste Klavierkonzert Beethovens samt Kadenz in einem Konzert am 31. Januar 1808 spielen sollte, hat Beethoven in einem Brief vom Vortag an Graf Moriz von Dietrichstein nur tadelnde Worte übrig: »(…) gestern hielt ich für Schüchternheit, was ich heute für Ungeschicklichkeit erkläre (…) ich habe dem H. Felsenburg selbst gesagt, dass ich ihm es nicht rathe Morgen zu spielen – Es gibt eine wahre Schweinerei.«
Doch auch zu Einsicht und sanften Tönen ist der Griesgram fähig, wenn es beispielsweise um Freundschaft ging. Mit der engen Vertrauten Anna Maria Gräfin Erdödy, zerstritt sich Beethoven häufiger. Dem folgenden Billet vom vermutlich 8. März 1809 ging eine Auseinandersetzung Beethovens mit der Gräfin um das Verhalten eines Bediensteten voraus. Offenbar hatte sich Beethoven in Unkenntnis des Sachverhaltes falsch verhalten und bittet daher die Gräfin um Verzeihung: »Meine liebe gräfin ich habe gefehlt, das ist wahr – verzeihen sie mir, Es ist gewiß nicht vorgesezte Boßheit von mir, wenn ich ihnen wehe gethan habe (…) schreiben sie mir nur mit einem Worte, daß sie wieder gut sind, ich leide unendlich dadurch, wenn sie dieses nicht thun«.
Schaut man sich die Beethovschen Briefe genauer an, finden sich zahlreiche solcher Passagen, die den Komponisten in dem Lichte eines sehr feinfühligen, bisweilen melancholischen und häufig dem Pathos zugeneigten Menschen erscheinen lassen. Und in einem bewegenden Brief an seine Brüder Kaspar Karl und Johann aus dem Jahr 1802 erklärt Beethoven selbst sein launisches und »störisches« Verhalten:
»O ihr Menschen die ihr mich für Feindseelig störisch oder Misanthropisch haltet oder erkläret, wie unrecht thut ihr mir, ihr wißt nicht die geheime ursache von dem, was euch so scheinet, mein Herz und mein Sinn waren von Kindheit an für das zarte Gefühl des Wohlwollens (…) aufgelegt, aber bedenket nur daß seit 6 Jahren ein heilloser Zustand mich befallen (hat)«, wobei Beethoven hier von seiner Taubheit spricht, die ihn dazu zwang, sich von den »Zerstreuungen der Gesellschaft« abzusondern, und durch die er sich häufig von seinen Mitmenschen zurückgestoßen fühlte, da es ihm nicht möglich war, ihnen zu sagen: »sprecht lauter, schreit, denn ich bin Taub«.
Die Tatsache, dass Beethoven trotzdem oder vielleicht gerade deshalb so bahnbrechende und weltbewegende Musik komponierte, fällt – unter den gegebenen Umständen – einmal mehr unter die Kategorie »Genie«.

Quelle: Ludwig van Beethoven: Briefwechsel. Gesamtausgabe in 7 Bde., hrsg. von Sieghart Brandenburg, München 1996-1998.

Aus der Schatztruhe #4 – Stars und Sternchen

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Das Beethovenfest Bonn ist nicht nur wegen seines Namensgebers berühmt und lockt nicht nur aufgrund seines vielfältigen Programmes jedes Jahr zahlreiche Besucher in die ehemalige Bundeshauptstadt. Es ist auch ein Event, bei dem sich Stars und Sternchen die Klinke in die Hand geben – sei es in Bezug auf Künstler, Komponisten oder auch Politiker. Sie alle steuern seit 1845 ihren Teil zum Erlebnis Beethovenfest bei. Namen wie Queen Victoria, Alexander von Humboldt, Konrad Adenauer und viele weitere wichtige Vertreter aus Politik und Gesellschaft finden sich auf der Gästeliste. Nahezu alle wichtigen Dirigenten der vergangenen Jahrhunderte zählt das Beethovenfest zu seiner nationalen und internationalen Prominenz – angefangen von Claudio Abbado über Karl Böhm, Herbert von Karajan, Otto Klemperer, Kurt Masur, Riccardo Muti und Giuseppe Sinopolis bis hin zu Kent Nagano, der immer wieder ein gern gesehener Gast bei uns ist. Im Schlepptau haben sie die großen Orchester – von Berliner Philharmoniker bis Staatskapelle Dresden.
Eine Teilnahmezusage des Geigers Yehudi Menuhin für das Beethovenfest von 1959 zeigt zudem, dass es für viele Gäste auch eine große Ehre war, an dem international gefeierten Fest der Geburtsstadt Beethovens teilnehmen zu dürfen.
Auch in diesem Jahr werden zahlreiche  kleine und große Stars das Beethovenfest zu dem machen, was es ist: eine Freude!

 

Foto: „Nothing would give me greater joy…” (Yehudi Menhin 1959), aus: Die Beethovenfest in Bonn 1845-2003. Eine Veröffentlichung des Beethovenhauses und der Internationalen Beethovenfeste Bonn, hrsg. von Manfred van Rey u. a., Bd. 1 und 2. Bonn 2003, S. 136.

Aus der Schatztruhe #3 – Beethovens Klaviersonatenzyklus

Zum 200. Geburtstag des Bonner Musikgenies fand ein Beethovenfest der Superlative statt. Es wurde in drei Zyklen – im Mai, September und Dezember – abgehalten: Während im September der gesamten Symphonienzyklus Beethovens auf dem Programm stand, wurde im Mai erstmals bei einem Beethovenfest der gesamte Klaviersonatenzyklus von mehreren Pianisten aufgeführt – so unter anderem von Claudio Arrau. András Schiff wird sich dieser Aufgabe 2013 alleine stellen und unter anderem Beethovens letzte drei Sonaten zum Besten geben. Die drei Sonaten entstanden ab 1820 und die Arbeit an ihnen musste Beethoven immer wieder aus gesundheitlichen Gründen aufschieben. In einem Brief an seinen Freund Franz Brentano vom 12. November 1821 könnte allerdings noch ein anderer Grund ersichtlich werden, denn hier bezeichnet Beethoven die Sonaten als „Brod-Arbeiten“, die – so scheint es fast – eher im Zwang und unter dem Druck des Verlegers Adolph Martin Schlesinger fertig gestellt werden mussten. Die Widmung der letzten Klaviersonate an Erzherzog Rudolph kann letztlich aber doch noch als versöhnlicher Abschluss betrachtet werden. Auf einen nicht nur versöhnlichen Abschluss, sondern auf ganze vier Klavierabende dürfen wir gespannt sein, wenn Schiff im Herbst den von ihm im Vorjahr begonnenen Klavierzyklus abschließen wird.

Quelle: Die Beethovenfest in Bonn 1845-2003. Eine Veröffentlichung des Beethovenhauses und der Internationalen Beethovenfeste Bonn, hrsg. von Manfred van Rey u. a., Bd. 1 und 2. Bonn 2003.

Claudio Arrau beim Beethovenfest 1970 mit Beethovens Klaviersonate E-Dur op. 109