Aus der Schatztruhe #11 – Ein Trick, der für Verwirrung sorgt

Napoleon Bonaparte_Jacques-Louis_David_1812
Napoleon in seinem Arbeitszimmer (Gemälde von Jacques-Louis David, 1812)

„[…] ich habe jetzt mehrere werke, und eben des wegen, weil ich sie gesonnen bin, Alle ihnen dieselben zu überlassen, würde mein Wunsch, dieselben bald ans Tages licht kommen zu sehen, vielleicht um desto eher erfüllt können werden – ich sage ihnen daher nur kurz, was ich ihnen geben kann: […] eine Neue große Simphonie […].“
(Beethoven an Breitkopf & Härtel in Leipzig, Wien am 26. August 1804)
Die »Eroica« – Beethovens dritte Symphonie – entstand während des Jahres 1803 und wurde Anfang 1804 fertig gestellt. Das Autograph ist verschollen. Doch ist eine überprüfte Abschrift der Partitur im Besitz der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien erhalten, dessen Titelblatt ursprünglich die Bezeichnung »Sinfonia grande/intitolata Bonaparte […]« trug. Diese zweite Zeile wurde später ausradiert, wobei Beethoven mit Bleistift wieder anfügte: »geschrieben auf Bonaparte« und in demselben Brief an Breitkopf & Härtel weist er darauf hin: »die Symphonie ist eigentlich betitelt Ponaparte«.
Offensichtlich stand Beethoven wie viele Intellektuelle seiner Zeit nicht nur der Revolution in Frankreich, sondern auch dem ersten Konsul und späteren Kaiser der Franzosen Napoleon Bonaparte zwiespältig gegenüber. Erst von Begeisterung und schließlich von großem Entsetzen erfüllt, beobachtete der Komponist den Aufstieg des Korsen mit gemischten Gefühlen.
Beethovens Empörung über dessen Politik war allerdings nur von kurzer Dauer und so teilte er am 22. Oktober 1803 Ries Simrock mit, dass er seine neue Symphonie vielleicht Bonaparte widmen wolle. Ein nicht ganz ungefährliches Vorhaben – führt man sich einmal die Bilder der geköpften Marie Antoinette, jüngste Schwester Josephs II. und Tante des gegenwärtigen Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, vor Augen. Hinzu kam noch ein weiteres kleines Problem namens Lobkowitz. Der Fürst, ein Mäzen Beethovens und Förderer neuer Musik, wollte in das Symphonie-Projekt mit einbezogen werden. Er stellte großzügiger Weise Probenräume zur Verfügung und versprach Unterstützung bei der nötigen Reklame für das neue Werk. Als Gegenleistung wollte er die Aufführungsrechte für ein halbes Jahr. Für die Widmung bot er 400 Gulden, später sogar 700 Gulden plus weitere 360 Gulden unter der Bedingung, dass die Aufführungsrechte um ein Jahr verlängert werden.
Ein verlockendes Angebot, das Beethoven nicht ablehnen konnte. Ohne den Bonaparte-Plan aufgeben zu müssen, kam Beethoven kurzerhand ein kluger Einfall: Die neue Symphonie wurde Lobkowitz gewidmet, erhielt aber den Titel »Bonaparte«.
Beim Beethovenfest Bonn wurde die dritte Symphonie das erste Mal 1894 aufgeführt. Zur Aufführung brachte es das Kölner Gürzenich-Orchester, das damals alle Symphonien des Bonner Komponisten im Rahmen des Beethovenfestes Bonn zum Besten gab. Es ist ein vielgespieltes Werk – nicht nur hier in Bonn – und auch in diesem Jahr wird es im Rahmen des Orchestercampus von Deutsche Welle und Beethovenfest Bonn das Istanbul University State Conservatory Symphony Orchestra unter Ramiz Malik Aslanov spielen. Das 1950 gegründete Ensemble setzt sich zusammen aus den besten Studenten der Fakultät der Universität Istanbul und war bereits 2002 Gast in Bonn mit Beethovens sechster Symphonie.
Es ist ein fester Bestandteil des Beethovenfestes Bonn, dass das Festival und die Deutsche Welle jedes Jahr ein herausragendes Jugendorchester aus einem anderen Teil der Welt für einen längeren Aufenthalt einlädt, bei dem ein intensiver Austausch mit dem kulturellen Erbe Deutschlands stattfindet.

Quellen:
– Ludwig van Beethoven. Briefwechsel. Gesamtausgabe in 7 Bde., hrsg. von Sieghard Brandenburg, München 1996-1998, insbesondere Bd. 1 (1996): 1783-1807.
– Das Werk Beethovens. Thematisch-bibliographisches Verzeichnis seiner sämtlichen vollendeten Kompositionen von Georg Kinsky. Nach dem Tode des Verfassers abgeschlossen und herausgegeben von Hans Halm, 1955/1983 München, insbesondere S. 129.
– Caeyers, Jan: Beethoven. Der einsame Revolutionär. Eine Biographie, München 2012, insbesondere S. 322-324.

Orchestercampus auf Türkisch

Jedes Jahr laden Deutsche Welle und Beethovenfest Bonn ein ausländisches Jugendorchester zum Orchestercampus nach Bonn ein.

Das Turkish National Youth Philharmonic Orchestra mit Dirigent Cem Mansur ist nach einer aufregenden Woche wieder abgereist.

In drei Filmen stellen wir den diesjährigen Komponisten der Uraufführung, eine Solistin und einen Orchestermusiker des Orchestercampus 2012 vor:

1. Komponist Mehmet Erhan Tanman

2. Solistin Hande Küden

3. Orchestermusiker Onurcan Cagatay

Ein paar Eindrücke von der Anreise per Bus, Pressekonferenz, Proben, Konzert, Preisverleihung, Kammerkonzert und türkischer Abschlussparty zeigt die Foto-Galerie. Wir danken dem Turkish National Youth Philharmonic Orchestra für die schöne Zeit. Teşekkür ederim!

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Tweetup zum Eröffnungskonzert: »Musik, die man durch die Haut hört«

Beim Eröffnungskonzert des Beethovenfestes Bonn 2012 prägte ein Twitterer den Satz bzw. Tweet: »Das ist Musik, die man durch die Haut hört, und nicht mit den Ohren.« Offenbar traf er damit genau den richtigen Ton – denn mit sechs Retweets, also dem weitertwittern dieses Satzes, steuerte er den beliebtesten Tweet des Abends bei.

Der Begriff Tweetup verknüpft Twittern mit Meetup – und genau das probierten die Twitterer beim Public Viewing des Eröffnungskonzerts auf dem Münsterplatz aus. Auf Einladung von Beethovenfest Bonn (@Beethovenfest) und Sparkasse KölnBonn (@Sparkasse_KBN)  versammelten sich 20 Twitterer, die sich für das Tweetup angemeldet hatten, im VIP-Bereich für das Public Viewing vor der Großleinwand. Wie in den Jahren zuvor wurde wieder ein Konzert aus der Beethovenhalle live von der Deutschen Welle auf den Münsterplatz übertragen.
Im Vorprogramm stellten die Twitterer @schwarzesgold und @MeikeNordmeyer sowie @Beethovenfest auch das Tweetup vor. Die kurze Einblendung der Twitterwall  auf der Großleinwand bildete den Startschuss für das Tweetup.

Zum ersten Mal in Deutschland wurde bei einem Tweetup live von einem klassischen Konzert getwittert! Unter dem Hashtag #befespark (Beethovenfest + Sparkasse KölnBonn) konnten natürlich nicht nur die 20 Teilnehmer beim Tweetup im VIP-Bereich ihre Eindrücke twittern: Insgesamt beteiligten sich 88 Twitter-Accounts und erreichten damit (potentiell) 57.623 Accounts. (TweetReach Report hier)

Bei blendendem Wetter und mitreißender Musik in angenehmer virtueller und realer Gesellschaft lässt es sich offenbar so richtig gut auf Touchpad oder Tasten tippen: Schon vor dem Konzertbeginn war „befespark“ in den deutschen Trending Topics von Twitter und hielt sich dort– ohne Spam wohlgemerkt – neun Stunden. Ein großartiger Erfolg! Die Begeisterung wurde auch für Twitterer spürbar, die nicht vor Ort in Bonn waren, sondern sich aus anderen Städten virtuell meldeten. (Einige der schönsten Tweets hier)

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Zum Dank für ihren Einsatz erhielt jeder der angemeldeten 20 Teilnehmer noch zwei Freikarten für ein weiteres Konzert des Beethovenfestes Bonn, das er oder sie dann ganz entspannt – auch ohne Smartphone in der Hand – hören kann. Durch die Haut, nicht mit den Ohren… #vorfreude #befe12

Bilder zum Tweetup hier
Beschreibung der Idee: Tweetup #befespark hier

Übrigens: Der Termin für unser nächstes Twitter-Event steht schon fest. Am 6. Oktober, 18:30 – 20:30 lädt @Beethovenfest dazu ein, unter dem Hashtag #asktheorchestra fünf international berühmten Orchestern Fragen zu stellen. Mehr Infos hier.

Ein kleines inhaltliches Follow-Up für die Tweetup-Teilnehmer: Da die Frage, wann man eigentlich im klassischen Konzert klatschen darf, an dem Abend nicht abschließend geklärt werden konnte, hier die Antwort des Geigers Daniel Hope, der tatsächlich ein ganzes Buch dazu geschrieben hat:

Look at Beethoven – Best-Of

Sechs Mal hat der Kurzfilmwettbewerb »Look at Beethoven« nun schon stattgefunden. In dieser Zeit ist eine große Auswahl verschiedenster Filme entstanden, die nicht allein Beethoven gewidmet sind, sondern auch ganz allgemein die Beziehung zwischen Klang und Bild, die Herausforderung klassische Musik visuell umzusetzen, thematisieren. Ein Best-Of der Kurzfilme wird heute Abend ab 19 Uhr im Kunstmuseum Bonn präsentiert. Es moderiert der Regisseur Enrique Sánchez Lansch.

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Zum ersten Mal hat in diesem Jahr auch ein von der Mercator Stiftung geförderter Filmworkshop stattgefunden. Der Workshop »Auf Augenhöhe« bietet Studierenden und Schülern die Möglichkeit, den Orchestercampus von Deutsche Welle und Beethovenfest filmisch zu begleiten. Erste Ergebnisse werden ebenfalls heute im Kunstmuseum Bonn vorgestellt.

Als kleinen Vorgeschmack für den Filmabend können Sie sich auf unserer Website schon einige Clips der letzten Jahre ansehen: Look at Beethoven

Mittwoch ist Verlosungstag!

Schon wieder ist Mittwoch – schon wieder gibt es etwas zu gewinnen! Der heutige Mittwoch steht beim Beethovenfest Bonn ganz im Zeichen des Orchestercampus. Jedes Jahr ist ein ausländisches Jugendorchester in Bonn zu Gast. Zu gewinnen gibt es diese Woche gleich zwei CDs: die Orchestercampus-CD von 2010 mit der Sinfonica Heliópolis (Brasilien) und die Orchestercampus-CD von 2011 mit dem National Youth Orchestra of Iraq:

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In diesem Jahr ist das Turkish National Youth Philharmonic Orchestra mit DirigentTurkish National Youth Philharmonic Orchestra in Bonn und präsentiert heute um 20 Uhr in der Beethovenhalle ein wunderbares Programm. Auch eine Uraufführung, die von der Deutschen Welle in Auftrag gegeben wurde, ist dabei…

Die Gewinnfrage: Wie heißt das Werk von Mehmet Erhan Tanman, das heute Abend uraufgeführt wird?

Unter allen richtigen Antworten an marketing@beethovenfest.de bis Dienstag, 25.9. verlosen wir die beiden Orchestercampus-CDs. Viel Glück!