Beethoven und sein Schreibtisch

Realien: Schreibtisch BeethovensAls treuer Begleiter Beethovens war der Schreibtisch stets ein zentrales Element in seinen verschiedenen Wiener Wohnungen. Mit einem Nußbaumwurzelfunier und einer Breite von ca. 150 cm war der Schreibtisch der kreative Entfaltungsort Beethovens.

Als eines der wenigen Möbelstücke Beethovens, die noch gut erhalten sind, wird er durch die nachfolgenden Besitzer nur noch interessanter. Nach Beethovens Tod erhält sein guter Freund Stephan von Breuning den Schreibtisch 100 Jahre bleibt der kostbare Besitz im Kreise der Familie bis er im Jahr 1929 an den Autor und Beethoven-Verehrer Stefan Zweig verkauft wird. Weiß man ob Stefan Zweig hier seine Novellen geschrieben hat? 24 Jahre später wechselt der Schreibtisch erneut seinen Besitzer und wird von dem Beethoven-Sammler H.C. Bodmer erworben der seine Sammlung 1956 dem Beethoven-Haus vermacht. Heute ist er Teil als Teil der Sammlung des Beethoven-Hauses Bonn für Besucher zugänglich.

Stephan von Breunings Sohn Gerhard erwähnt in seinen Erinnerungen, dass der Schreibtisch in Beethovens letzter Wohnung im „Schwarzspanierhaus“ das Notenzimmer geprägt habe. In dem Raum voller Drucke, Manuskripte, Notizen und Skizzen war der Schreibtisch das einzige Möbelstück.

Geschichten ranken sich um ein Geheimfach des Schreibtisches. Besonders im 19. Jahrhundert wurden Gerüchte laut, dass Beethoven in diesem Geheimfach Bankaktien und seinen berühmten Brief an die „Unsterbliche Gebliebte“ sowie zwei Porträts unbekannter Damen aufbewahrt hatte. Die Suche nach dem Geheimfach war jedoch vergeblich. So geht die Forschung heute davon aus, dass der Schreibtisch eventuell durch eine Nadelholzkiste aus dem Nachlass des Frankfurter Musiksammlers Nikolaus Manskopf erweitert werden konnte. Die endgültige Auflösung dieses Geheimnisses bleibt wohl Beethoven selbst vorbehalten.

Quelle: Beethoven-Haus Bonn
Foto: Beethoven-Haus Bonn

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Ludwig van Beethoven: Fidelio – Ouvertüre

Video

Im Rahmen des Beethovenfestes Bonn 2013 widmete sich Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen der einzigen Oper von Ludwig van Beethoven, dem »Fidelio«. Hier könnt Ihr noch einmal das dynamische und mitreißende Spiel der Ensembles in der Ouvertüre verfolgen.

Rückblick auf das Tweetup #befespark

Warum veranstaltet ein Klassikfestival ein Tweetup zu einem klassischen Konzert? Geht es hier um Kulturvermittlung, darum neue Zielgruppen zu erschließen oder ganz einfach um den Besuch eines Konzertes? Und was bleibt davon?

Foto: Barbara FRommann

Als Beethovenfest sind wir seit Ende 2010/Anfang 2011 auf den sozialen Plattformen Facebook, Twitter, YouTube, Vimeo und Flickr vertreten und seit 2012 auch auf Google+. Dazu betreiben wir einen eigenen Blog. Frank Tentler hat uns beim Start im Web 2.0 initiativ beraten und heute bitten wir zeitweise Christoph Müller-Girod unterstützend hinzu. Unter dem Stichwort „Beethoven lebt“ versuchen wir, auf den sozialen Plattformen Beethovens Werk und die Auseinandersetzung damit, demnach also die Inhalte des Festivals zu vermitteln. So informieren wir zum Programm, zu Beethoven als Persönlichkeit, stellen Künstler und Mitarbeiter in Video-Interviews vor und pflegen eine Blogbeitragsreihe.

Dennoch möchten wir natürlich nicht nur informieren, sondern auch in den Dialog mit unseren Fans und Freunden treten, sie aktiv am Konzertgeschehen beteiligen, sie aus der digitalen Welt ins Konzert holen. Dazu ist ein Tweetup ideal.

Bereits im vergangenen Jahr hatten wir zusammen mit der Sparkasse KölnBonn anlässlich der Live-Übertragung von Beethovens 9. Symphonie zum Tweetup auf den Bonner Münsterplatz geladen. Der beliebteste Tweet war damals »Musik, die man durch die Haut hört«. Das Tweetup hielt sich neun Stunden in den Trending Topics auf Twitter. Beflügelt von diesem Erfolg sollte ein zweites Tweetup beim Beethovenfest 2013 durchgeführt werden.

Ein Höhepunkt im Programm des Beethovenfestes 2013 stellte die Aufführung von Beethovens einziger Oper »Fidelio« mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und dem Deutschen Kammerchor unter der Leitung von Paavo Järvi dar. So luden wir erneut mit der Sparkasse KölnBonn anlässlich der Übertragung der Oper zum Public Viewing am 29. September auf den Bonner Marktplatz ein. In kürzester Zeit sagten über zwanzig Twitterer zu und versammelten sich trotz herbstlicher Temperaturen um 19 Uhr im VIP-Bereich der Sparkasse bei Wein und Häppchen. Bevor das Konzert um 20 Uhr begann, gab es also Zeit, sich entspannt jenseits der sozialen Netzwerke auszutauschen. Auf den Plätzen der Twitterer lag ganz „klassisch“ ein Programmheft und auf einer  Liste fanden sich alle Teilnehmer sowie weitere beteiligte Twitter-Accounts des Abend, z.B. der Künstler, der Medien und der unterstützenden Sponsoren. Dann ging es auch schon los… Ulrike Dümpelmann beschreibt das in ihrem Blogbeitrag so „Die Situation änderte sich schlagartig, als ein paar Minuten vor 20 Uhr live in die Beethovenhalle geschaltet wurde. …, die Ouvertüre begann und wir Twitterer wurden zu einem klassischen Opernpublikum.“ Die Twitterer widmeten sich allen Details der Aufführung. So wurde das Libretto des Fidelio als Wortwolke getwittert oder der Auftritt des Rezitators Ulrik Tukur kommentiert („Der Dirigent wird von seinem Platz gedrängt – zum Glück Teil der Inszenierung #befespark“),  über die halb-szenische Aufführung erwähnt („konzertant, aber nicht ganz untheatralisch. wann sieht man schon eine rotkarierte schürze auf einem konzertpodium? #befespark #marzelline“), Empfindungen mitgeteilt („Der Chor tritt auf. Mein Herz stockt. #befespark“) oder darüber sinniert, warum Beethoven nur eine Oper geschrieben hat.
Ein zusätzliches Plus des Tweetups war sicherlich, dass die Marzelline des „Fidelio“ (Mojca Erdmann) und der Dirigent Paavo Järvi ebenfalls auf Twitter aktiv sind und sie diese in ihre Kommunikation mit einbeziehen konnten. Die Überraschung kam umgehend aus dem Backstage-Bereich. Mojca Erdmann bedankte sich zwischen ihren Auftritten im 1. und 2. Akt für die ihr gemachten Komplimente, was wiederum zu Respektsbekundungen bei den Twitterern sorgte.

Foto: Barbara FRommann

Insgesamt wurden zum Tweetup #befespark rund 1.500 Tweets abgesetzt und  87.168 Accounts wurden erreicht. Das Tweetup erhielt 2.127.547 Impressionen und landete damit auf Platz 2 der Twittertrends in Deutschland. Neben diesem für das Beethovenfest schönen PR-Effekt hat es jedoch gezeigt, dass ein Tweetup die direkte Beteiligung am Konzert ermöglicht und die Twitterer in diesem Fall sogar den direkten Kontakt mit den Künstlern bringen kann. Darüber hinaus hat die Musik durch ihre stark emotionalisierende Wirkung die Menschen erreicht und sogar den ein oder anderen für sich gewinnen können  („Da musste ich weit über 40 werden, um mich so für klassische Musik begeistern können. I love you Twitter + Timeline #befespark„). Es können also durchaus neue Zielgruppen angesprochen werden. Auf schwindt-pr.com wird in diesem Zusammenhang davon gesprochen, dass ein Tweetup auch Publikum für kommende Veranstaltungen generieren kann.

Um die anfänglich gestellten Fragen zu beantworten, ist der Wert eines Tweetups also ein Mix aus mehreren Komponenten. Zunächst geht es um den reinen Besuch des Konzertes. Mit der Begeisterung und dem Teilen dieser Begeisterung für das Erlebte, kann ein Stück Kultur vermittelt werden und mit einer permanenten Wiederholung gepaart mit Begeisterung auch neues Publikum angesprochen werden. Es bleibt hier für uns als Kulturveranstalter also, wenn die virtuelle Mitteilungswelle verhallt ist, nicht nur ein storify, in dem die Tweets nachgelesen werden können, sondern ein im besten Falle positiv besetztes Bild vom Beethovenfest und der Wunsch, dieses weiter zu verfolgen und zu besuchen.

WDR 3 TonArt hat das Tweetup am 29.9. begleitet. Hier zum Nachhören

Foto: Barbara FRommann

Fagott und »Zauberflöte«

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Das Ensemble Satyros präsentierte Mozarts Oper im Rahmen des Beethovenfests in der Bonner Post Tower Lounge vor 130 Grundschülern.

Dass eine ganze Oper in drei Koffer passt, bewies das Berliner Fagottduo Satyros am 16. September bei einer Sonderaufführung für Kinder während des Bonner Beethovenfests in der Post Tower Lounge. Mozarts »Die Zauberflöte« stand auf dem Programm. Es war eines von insgesamt 26 Konzerten, das die Deutsche Post DHL bis Anfang Oktober als kostenloses Rahmenprogramm in der Post Tower Lounge anbietet. Auf eine Spiellänge von knapp einer Stunde eingedampft, zeigten Adrian Rovatkay und Christian Walter die Liebesgeschichte in ungewohnter Leichtigkeit – nur mit Hilfe ihrer zwei Instrumente und drei Koffern voll ungewöhnlicher Requisiten.

Oper in Handgepäckformat

Die beiden Bläser, die ein ganzes Orchester inklusive Sänger ersetzen, leisten bei diesem Projekt ganze Arbeit und bescherten den Zuhörern die weltbekannten Melodien in einem neuen Sound. Unterstützt wurde das Duo von Schauspieler Andreas Walter, der in rasantem Wechsel in viele verschiedene Rollen schlüpfte. Die Opernversion „in Handgepäckformat“ richtet sich insbesondere an Kinder. So waren am Montag insgesamt 130 Schüler von vier verschieden Grundschulen – darunter die Bonner Marienschule, die Siegburger Hans-Alfred-Keller-Schule, die Bad Godesberger Siebengebirgsschule sowie die Swistbachschule aus Swisttal-Heimerzheim – in die Post Tower Lounge gekommen, um die Liebesgeschichte von Prinz Tamino und der schönen, entführten Pamina, der Tochter der Königin der Nacht, zu sehen. »Erwachsene lachen nicht in der Oper. Kinder dagegen sind einfach ehrlich: Die fangen an zu lachen, wenn es lustig ist und die langweilen sich, wenn es langweilig ist«, sagt Andreas Walter auf die Frage, welchen Unterschied es macht, ob im Publikum Erwachsene oder Kinder sitzen. Aber was bedeutet das für das Ensemble? »Das bedeutet, dass wir alles geben müssen«, sagt Christian Walter. Man müsse den direkten Kontakt mit den Kindern suchen um sie abzuholen.

Gemeinsam Mozarts »Hits« gebannt lauschen

Die Grundschüler lassen sich an diesem Montag gerne auf eine Reise in unbekannte Opernwelten mitnehmen. Wegen der märchenhaften Handlung und der eingängigen Musik eignet sich Mozarts letzte Oper besonders dazu, Kindern klassische Musik nahezubringen.
Die Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren lauschten Mozarts »Hits« – Papagenos Arie »Der Vogelfänger bin ich ja«, die »Königin der Nacht«-Arie und das Duett von Papageno und Papagena –, und folgten gebannt den drei gefährlichen Prüfungen, die Tamino bestehen muss, um am Ende seine Pamina in die Arme schließen zu können. Die komplexe Geschichte ist in der Fassung des Satyros-Ensembles kindgerecht entrümpelt. Dabei ist ihnen nichts heilig: Sie lassen im wahrsten Sinne des Wortes die Puppen tanzen. Am Ende regnet es Konfetti. »Die Kinder an die bekannten Melodien heranzuführen, ist für uns ein wichtiger Kulturauftrag«, bringt es Fagottist Adrian Rovatkay auf den Punkt. Barbara Lensing ist Lehrerin an der Marienschule. Mit ihren Schützlingen hat sie sich gründlich auf die Veranstaltung vorbereitet, hat mit ihnen über »Die Zauberflöte« und ihren Komponisten gesprochen und ihnen das Genre Oper durch Hörbeispiele näher gebracht. Sie ist froh, dass es solche außerschulische Angebote angesichts knapper Haushaltetats für ihre Schüler gibt. »Wissen Sie, ich habe Kinder bei mir in der Klasse, die heute Morgen ohne Jacke zur Schule gekommen sind. Da ist es schön, wenn man ihnen für kurze Zeit einen Einblick in eine andere Welt zeigen kann.«

»DER HIMMEL WEISS, WIE ES WEITERGEHEN WIRD!« (Beethoven) Nr. 8

WEISS ER DAS? Fragen zu Ludwig van Beethovens Oper »Fidelio« von Jan Müller-Wieland

Jan Müller-Wieland: »…, wer ein SOLCHES Weib errungen!« singt Florestan. Betont man »SOLCHES«, könnte man auch vermuten, dass Florestan schon andere »Weiber« erlebt hat. Steckt darin nicht auch eine galante Art Machismo bzw. ein kleiner Don Giovanni?

Julian Prégardien: Dieses Gedankenspiel sollte nie einem profilierungssüchtigen Opern-Regisseur zu Ohren kommen! Leonore befreit Florestan und der macht sich als nächstes an Marzelline ran … Natürlich kann man so vermuten, die Gedanken sind frei, aber was hat das mit dem Gehalt, der Idee des Stückes zu tun? Ich habe letztens eine sehr irritierende Fragestellung zum Jesus-Zitat »Lasset die Kinder zu mir kommen« gehört: War Jesus pädophil? Das ist in dieselbe (meiner Meinung nicht angemessene) Richtung gedacht.

Evgeny Nikitin: Ich sehe nichts Gemeinsames zwischen den beiden Figuren.

Jan Müller-Wieland: Das Gottvertrauen ist in »Fidelio« ungebrochen. »Gerechtigkeit hält zum Gericht« heißt es und »Gerecht, o Gott, ist Dein Gericht«. Auch singt ein Gefangener: »Wir wollen Vertrauen auf Gottes Hilfe, auf Gottes Hilfe bauen, die Hoffnung flüstert sanft mir zu: Wir werden frei!« und in einem der schönsten Momente singt Florestan: »Gott! Welch Dunkel hier!« 1991 heißt es in den »Goldberg-Variationen« des Dramatikers George Tabori: »Gott ist alles, weil er nichts ist.« und Nietzsche wird zitiert: »Gott ist tot«, worauf Gott aber antwortet: »Nietzsche ist tot.«, was korrekt ist! Wie erscheint Ihnen der Gottesbegriff in »Fidelio« im Verhältnis zu unserer Zeit?

Evgeny Nikitin: Der Begriff des Göttlichen in »Fidelio« entspricht dem allgemeinen Niveau der Frömmigkeit der Zeit. Denn der Glauben als solcher ist nichts anderes als Mangel an Wissen. Und zu Beethovens Zeit waren 90% der Menschen eben Analphabeten. Damit war der liebe Gott die einzige Instanz, an die man sich in einer Krise wenden konnte. Deswegen kam es oft zu der Erwähnung des Namen Gottes. Das hat mehr mit Heidentum zu tun als mit der Suche nach dem wahren Gott. In unserer Zeit haben wir aber nur einen Gott: das Geld.

Jan Müller-Wieland: Florestan: »Mein Weib, mein Weib an meiner Brust!«
Dann mit Leonore: »Du wieder mein, an meiner Brust! O Dank Dir, Gott, für diese Lust!«
Keimt hier nicht schon »Tristan und Isolde«?

Evgeny Nikitin: Wenn man Wagners grenzenlose Anbetung von Beethoven berücksichtigt, kann man eine Verbindung zwischen diesen beiden Motiven vermuten.

Aus der Schatztruhe #23 – Von aufrichtigen Freundschaften unter Künstlern

Dvorák_1882_Geschichte der Musik
Antonín Dvořák (1882)

Neben Bedřich Smetana ist Antonín Dvořák der zweite tschechische Komponist, der entschieden zum Wiedererwachen eines nationalen tschechischen Bewusstseins beitrug und dessen Werke an internationalem Ruhm gewannen. Smetana ergänzend, schuf Dvořák die ersten von einem Tschechen stammenden Sinfonien und Instrumentalkonzerte, die weltweite Anerkennung fanden.
Seine siebte Symphonie in d-Moll op. 70 »kann man Dvořáks Pathétique nennen: ein düsteres, leidenschaftliches Werk, zerklüftet, abgründig und schmerzerfüllt.« (Westermann, Gerhart von /Schumann, Karl: Knaurs Konzertführer, München/Zürich 1957, S. 311.)
Dass diese Beurteilung nicht vollständig auf das Werk zutrifft, zeigen unter anderem folkloristische Tanzmotive und die Kantabilität der Themen, die tschechische Züge aufweisen. Entstanden 1884/85, fällt sie in eine Schaffensperiode, in der Dvořák bereits auf dem Höhepunkt seines musikalischen Erfolges angekommen war, der 1878 mit den berühmten »Slawischen Tänzen« eingeleitet wurde. Johannes Brahms‘ dritte Symphonie war das Vorbild für Dvořáks »Siebte«, wobei dieser Sachverhalt dazu beitrug, dass dem aus Böhmen stammenden Komponisten von der Londoner Philharmonic Society, die das Werk in Auftrag gegeben hatte, der Ehrentitel »der böhmische Brahms« verliehen wurde. Brahms war es auch, der Dvořák zu internationalem Ruhm verhalf. Darüber hinaus war die Freundschaft der beiden vermutlich eine der aufrichtigsten und ungetrübtesten Künstlerfreundschaften, die erst mit dem Tod von Johannes Brahms ihr Ende fand.

Erstmals 2001 durch die Tschechische Philharmonie unter der Leitung Vladimir Ashkenazys aufgeführt, wird die siebte Symphonie Dvořáks nach zwölf Jahren wieder beim Beethovenfest gespielt. Am 18.9. kommt der polnische Dirigent und Komponist Krzysztof Penderecki mit der Sinfonia Varsovia nach Bonn. Auf dem Programm stehen neben Dvořáks »Siebter« Ludwig van Beethovens Ouvertüre »Die Geschöpfe des Prometheus« sowie eine eigene Komposition Pendereckis mit dem Titel »Resurrection« – ein Werk, dass der Komponist unter dem Eindruck der Anschläge vom 11. September 2001 komponiert hat und in Bonn von seinem österreichischen Pianisten Rudolf Buchbinder interpretiert wird.

Quellen und Literatur:
Honolka, Kurt: Antonín Dvořák, in: Geschichte der Musik, hrsg. v. Michael Raeburn und Alan Kendall, Bd. 3: Die Hochromantik, München 1993, S. 236-242, hier besonders S. 238f.
Die Beethovenfeste in Bonn 1845-2003. Eine Veröffentlichung des Beethovenhauses und der Internationalen Beethovenfeste Bonn, hrsg. von Manfred van Rey u. a., 2 Bde., Bonn 2003.

Photo: Antonín Dvořák (1882), aus: Geschichte der Musik, Bd. 3, S. 243.

Ad-hoc-Preis des Beethovenfestes Bonn für die beste Stummfilm-Livemusik bei den Bonner Stummfilmtagen

Juryentscheidung 2013

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Das Salz von Swanetien (Georgien 1930), Regie: Michail Kalatosow, Musik: Günter A. Buchwald.

Offensichtlich haben es sich die Jurymitglieder der 29. Internationalen Stummfilmtage Bonn nicht leicht gemacht. Gleich zweimal wurde der Preis für die beste Filmmusik vergeben.

Ein Teil des Preisgeldes geht somit an den Film »Ehegeschichten« von Joachim Bärenz – dem »dienstältesten« Stummfilmbegleiter bei den Bonner Stummfilmtagen.
Die Jury würdigt damit »seine intelligente Art der Musikbegleitung, in der er Zitate aus allen Bereichen der Musikgeschichte in das musikalische Gewebe integriert, diese aber nicht als bloße Zitate und Anspielungen stehen lässt, sondern in einem lebendigen musikalischen und improvisatorischen Prozess bestechend vielseitig weiterverarbeitet und variiert.«

Die Jury möchte mit diesem Preis auch die langjährige Verbindung von Joachim Bärenz mit den Internationalen Stummfilmtagen würdigen und sein langjähriges Engagement mit unzähligen Auftritten dankend auszeichnen.

Den Hauptpreis vergibt die Jury für die Musik zum Film »Das Salz von Swanetien« an Günter A. Buchwald. Die Jury hob bei diesem Film die »musikalische Vielseitigkeit und Virtuosität« hervor, mit der »Buchwald seine Instrumente Violine, Viola und Klavier abwechselnd und gleichzeitig einsetzte, um dem sowjetischen Dokumentarfilm in jedem Moment die passende Musik zu geben.«

Darüber hinaus würdigt die Jury Günter A. Buchwalds beeindruckende Kooperation mit Neil Brand, mit dem er auf der Violine zu den Filmen »Das Feuerross« und »Die Braut vom Daalenhof« improvisierte und im jeweils richtigen musikalischen Idiom den passenden Ton fand.

Der Hauptpreisfilm »Das Salz von Swanetien« mit der Livebegleitung von Günter A. Buchwald wird im Rahmen des Beethovenfestes Bonn am 26. September 2013 in der Post Tower Lounge noch einmal zu sehen sein.

Die Jury bedankt sich ferner bei Stephen Horne, Neil Brand, Richard Siedhoff sowie Norbert Alich für ihre abwechslungsreichen und spannenden Beiträge.

Sirid Limprecht (Bonner Kinemathek, Stummfilmtage Bonn)
Benjamin T. Hilger (Beethovenfest Bonn, Musikwissenschaftler)
Mogens Kragh (Komponist, Songwriter)