Beethovens Tripelkonzert

Beethovens Tripelkonzert ist in vielerlei Hinsicht besonders. Es ist das einzige Werk, das er für drei Solisten geschrieben hat. Komponiert hat Beethoven das Stück 1804 – zur Uraufführung kam es aber erst 1808. Noch heute gibt es Spekulationen, wem Beethoven den Klavierpart zugedacht hatte. Oft wird dabei der Name von Beethovens Schüler Erzherzog Rudolf von Österreich genannt. Dies scheint jedoch unwahrscheinlich, da viele Experten davon ausgehen, dass Beethoven den Erzherzog erst im Jahre 1808 kennenlernte. Eine andere Vermutung ist, dass Beethoven sich selbst als Klaviersolisten vorgesehen hatte.

Beim Beethovenfest Bonn wurde das Stück in den letzten zehn Jahren ganze vier Mal gespielt – ein guter Schnitt für das sonst eher selten zu hörende Werk. AIsabelle Faust © Felix Broedeuch in diesem Jahr wird das Triplekonzert aufgeführt. Am 17. September präsentieren es Isabelle Faust (Violine), Jean-Guihen Queyras (Violincello) und Kristian Bezuidenhout (Klavier) zusammen mit dem Rotterdams Philharmonisch Orkest unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin in der Beethovenhalle. Außerdem steht auf dem Programm die Tondichtiung »Ein Heldenleben« von Richard Strauss Tripelkonzert und Heldenleben – solistische Brillanz gepaart mit einem üppigen Tongedicht für großes Orchester!

Advertisements

Christiane Karg und »Divan of song«

Christiane Karg © Gisela Schenker

Christiane Karg © Gisela Schenker

Seit ihrem Debüt 2006 bei den Salzburger Festspielen sorgt Kristiane Karg immer wieder für Aufsehen. Die Sopranistin ist nicht nur als Opern- sondern auch als Konzertsängerin international erfolgreich. Beim Beethovenfest wird Christiane Karg zusammen mit Burkhard Kehring und Robert Holl am 7. September auf der Bühne stehen. Gemeinsam werden sie unter dem Titel »Divan of song« Vertonungen von Werken von Goethe und dem persischem Dichter Hafis aufführen und diese beiden gegensätzlich scheinenden Lyriker gegenüberstellen. Gestern gab sie gemeinsam mit dem Pianisten Malcom Martineau im Rahmen eines Studiokonzertes des Bayerischen Rundfunks eine Kostprobe ihres Könnens. Wie Christiane Karg Lieder von Richard Strauss, Hugo Wolf und Claude Debussy und anderen interpretiert, könnt Ihr hier hören.

Ensemble Sarband – ein Ensemble zwischen den Welten

Eine Brücke zwischen Kulturen, Menschen und Zeiten ist es, was das Ensemble Sarband sein möchte. Der Begriff Sarband stammt aus der nahöstlichen Musiktheorie und bedeutet so viel wie Verbindung – eine Verbindung zwischen zwei musikalischen Kompositionen. Das Ensemble Sarband, das 1986 von Vladimir Ivanoff gegründet wurde und international besetzt ist, schlägt diese Brücke zwischen christlicher Kirchenmusik und orientalischen Klängen. Was zunächst gegensätzlich klingt, verdichtet sich zu einer berauschenden Reise durch die Kulturen. Das Programm des Ensembles ist dabei so vielfältig wie seine Besetzung. Das Ziel ist dabei, ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher kultureller Hintergründe aufzuzeigen und dieses musikalisch erfahrbar zu machen. Mit ihrem einzigartigen Repertoire hat das Ensemble Sarband sich international einen Namen gemacht und wird in diesem Jahr mit dem Programm »Passio – Compassio« das Beethovenfest bereichern.

Unsere Stars für das Tweetup #befespark – Teil 7: Ulrich Tukur (Rezitation)

TukurUlrich_c_KatharinaJohn2013
Photo: © Katharina John

Ulrich Tukur wuchs in Westfalen, Hessen und Niedersachsen auf. Er studierte Germanistik, Anglistik und Geschichte an der Universität Tübingen und arbeitete unter anderem als Musiker. Dabei wurde er für die Bühne entdeckt und begann 1980 an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart eine Ausbildung in Schauspiel. Nach Beendigung des Schauspielstudiums 1983 wurde er von den Städtischen Bühnen Heidelberg engagiert.

Noch zu Studienzeiten ermöglichte ihm Michael Verhoeven, erstmals in einem Film mitzuwirken: In »Die weiße Rose« spielte er den Studenten und Angehörigen des Widerstandskreises gegen die NS-Diktatur Willi Graf. Bei einem späteren Engagement in München in Ferdinand Bruckners »Krankheit der Jugend« wurde Peter Zadek auf ihn aufmerksam, woraus sich eine fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit ergab, die 1984 schließlich zu Tukurs Durchbruch am Theater führte. Tukur spielte unter Zadek zunächst an der Freien Volksbühne Berlin als SS-Offizier Kittel in Joshua Sobols Stück »Ghetto«. Später wurde für beide das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg zu ihrer künstlerischen Heimat – für Zadek als Intendanten und für Tukur von 1985 bis 1995 als Ensemblemitglied in zahlreichen Haupt- und Nebenrollen. Insbesondere konnte er unter Zadek in Shakespeares »Wie es euch gefällt«, in Zadeks Inszenierung der »Lulu« von Frank Wedekind als Alwa Schön sowie als Hamlet in der Inszenierung von Michael Bogdanov überzeugen. 1986 wurde er von den deutschen Theaterkritikern zum Schauspieler des Jahres gekürt. Von 1995 bis 2003 leitete er zusammen mit Ulrich Waller als Intendant die Hamburger Kammerspiele, die er mit der Rolle des Beckmann in Wolfgang Borcherts »Draußen vor der Tür« eröffnete. Im November 2010 gab Ulrich Tukur sein Debut als Tatort-Ermittler Felix Murot für den Hessischen Rundfunk.

1995 gründete Ulrich Tukur die Tanzkapelle Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys, mit der er viele Tourneen gespielt und verschiedene Tonträger veröffentlicht hat.

Unsere Stars für das Tweetup #befespark – Teil 6: Mojca Erdmann als Marzelline

Erdmann_Mojca_c_Felix_Broede 2013
Photo: © Felix Broede

In Hamburg geboren, begann Mojca Erdmann im Alter von 14 Jahren ein Gesangsstudium bei Evelyn Herlitzius und arbeitete anschließend mit Hans Sotin an der Kölner Musikhochschule, wo sie auch Geige studierte. Zurzeit wird sie von Ingrid Figur betreut. Beim Bundeswettbewerb Gesang gewann sie 2002 den ersten Preis in der Kategorie Konzert sowie den Sonderpreis für Zeitgenössische Musik. Im August 2005 erhielt sie den NDR Musikpreis beim Schleswig-Holstein Musik Festival und den Luitpold Preis beim Musikfestival Kissinger Sommer.
Schon als Studentin gehörte Mojca Erdmann zum Ensemble der Komischen Oper Berlin und trat zudem an der Deutschen Oper Berlin sowie in Basel und Mannheim auf. 2006 gab sie ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen mit der Titelpartie von Mozarts »Zaide« und sang dort im Jahr darauf die Rolle der Zelmira in Haydns »Armida«. Mit den Berliner Philharmonikern wirkte sie in der Aufführung und Aufnahme von Ravels »L’Enfant et les sortilèges« mit. Rattle lud sie zudem ein, den Waldvogel in einer Neuinszenierung von Wagners »Siegfried« in Aix-en-Provence und bei den Salzburger Osterfestspielen zu singen.
Als gefragte Interpretin von Werken des zeitgenössischen Musiktheaters gab Mojca Erdmann ihr Debüt an der Berliner Staatsoper in der Uraufführung von Takemitsus »My Way of Life«. 2010 feierte sie einen großen Erfolg bei den Salzburger Festspielen, als sie in der Uraufführung von Wolfgang Rihms neuer Oper »Dionysos« die führende Sopranpartie sang. Sie genießt darüber hinaus großes Ansehen als Konzert- und Liedersängerin. In der Saison 2010/11 sang sie mit dem Mahler Chamber Orchestra auf einer Fernost-Tournee sowie bei Konzerten in Dortmund und Leipzig Mahlers vierte Symphonie und Auszüge aus »Des Knaben Wunderhorn« und mit dem Münchener Kammerorchester ist sie in Pergolesis »Stabat Mater« in München und Köln zu hören.
2010 wurde Mojca Erdmann Exklusivkünstlerin von Deutsche Grammophon. Ihre erste Studioaufnahme unter dem neuen Vertrag – »Mostly Mozart« – erschien im April 2011.

Unsere Stars für das Tweetup #befespark – Teil 5: Burkhard Fritz als Florestan

Fritz, Burkhard_c_Monika-Rittershaus 20132
Photo: Burkhard Fritz © Monika Rittershaus

Burkhard Fritz studierte in seiner Heimatstadt Hamburg Medizin und erhielt gleichzeitig seine Gesangsausbildung bei Frau Ute Buge und bei Alfredo Kraus. Von 2000 bis 2006 wurde der Sänger von Arturo Sergi betreut.
Sein erstes Engagement führte Burkhard Fritz an das Stadttheater Bremerhaven, danach war er fest am Musiktheater in Gelsenkirchen engagiert (2000-2004). Dort sang er neben dem lyrischen Fach auch den Max im »Freischütz«, Parsifal und Benvenuto Cellini.
Seit 2004 ist Burkhard Fritz mit der Staatsoper Berlin verbunden. In dieser Zeit konnte er sich auch im italienischen Fach als Cavaradossi in »Tosca«, als Alvaro in »La forza del destino« und als Don José in »Carmen« profilieren. Unter der Leitung von Daniel Barenboim sang er den Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg« und den Lohengrin.
Zu Gastproduktionen war Burkhard Fritz eingeladen als Parsifal an der Staatsoper Wien und bei den Salzburger Festspielen 2007 als Benvenuto Cellini. Bei den Münchner Opernfestspielen 2008 gab der Sänger sein Debüt als Bacchus in »Ariadne auf Naxos«. Danach folgte der Prinz in »Rusalka« an der Oper Brüssel und der Stolzing an der Oper Graz. Großen Erfolg konnte der Sänger mit dem Paul in »Die tote Stadt« am Teatro Real in Madrid verbuchen und auch im italienischen Fach mit dem Henri in »I Vespri Siciliani« an der Oper Amsterdam. Im Sommer 2011 gab Burkhard Fritz sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen als Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 2012 war er dort als Parsifal zu hören.
Der Sänger ist auch häufig in Konzerten zu hören: So war er mit der neunten Symphonie von Beethoven an der Mailänder Scala als Gast. In der Hamburger Laeiszhalle war er im »Lied von der Erde« zu hören und in München folgte »Das Buch mit sieben Siegeln« von Franz Schmidt. Letzthin hatte der Tenor großen Erfolg mit der achten Symphonie von Mahler unter Gustavo Dudamel in Los Angeles.