Beethoven und der Kaffee

Wenn die Tage sich zäh und grau dahinziehen und der Winter nur langsam dem Frühling Platz macht,  sind viele von uns besonders dankbar für die Wunderbohne Kaffee. Auch Beethoven galt als leidenschaftlicher Kaffeetrinker und zudem noch technisch interessiert. Da ist es kein Wunder, dass er sich 1825 Notizen zu einer neuartigen Kaffemaschine machte, die mit Dampf funktionierte. Dampfbetriebene Geräte waren die technische Neuerung der Zeit. Die damalige Kaffemaschine ist den heutigen Espressomaschinen nicht ganz unähnlich. Beethoven jedenfalls wusste genau um die belebende Wirkung der kleinen schwarzen Bohne und beschreibt mit Ehrfurcht die Arbeitsweise des neuen Geräts.
Besonders gut schmeckt der Kaffee übrigens aus unserem Beethovenfest-Becher!

Becher
„Vom 23ten Septemb. / 1825 / neues privilegium / der Dampf (Kaffe) Maschi- / ne / mittelst einer / Vorricht., welche das / durch die heißen Dämpfe / aufgelösete aroma / durch löschpapier / mit solcher gewalt / durchpreße, daß auch / nicht ein Atoma / mehr in / dem ausgelaugten / Kaffepulv. / zurückbleib. / könne, wodurch / Ersparung / an Kaffe u. / Geschwindig- / keit gewon- / nen wird.“

Quelle: Beethoven-Haus Bonn

Bonns „6. Jahreszeit“: Das Beethovenfest

Ab Freitag, 7.9. beginnt in Bonn wieder die sechste Jahreszeit der Region – so jedenfalls bezeichnete Dr. Christof Ehrhart (Deutsche Post DHL) auf der heutigen Auftaktpressekonferenz das Beethovenfest Bonn…

Karten für das Beethovenfest Bonn gibt es hier.

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Umfangreiches Rahmenprogamm mit 106 Veranstaltungen
Insgesamt 174 Veranstaltungen bietet das Beethovenfest Bonn 2012 vom 7. September bis 7. Oktober unter dem Motto „Eigensinn. Über das Wahre in der Kunst“ an. Das Rahmenprogramm hat das Beethovenfest Bonn erneut in Kooperation mit oftmals langjährigen Partnern und Institutionen in der Stadt und internationalen Partnern weltweit zusammengestellt und mit 106 Angeboten nochmals ausgeweitet. Zum Rahmenprogramm gehören Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Diskussionsrunden, Filmvorführungen, Workshops und Education-Projekte, viele der Veranstaltungen sind kostenfrei zugänglich.

Ilona Schmiel, Intendantin des Beethovenfestes Bonn, sagte auf der heutigen Pressekonferenz: „In unseren 68 Konzerten im Hauptprogramm des Beethovenfestes Bonn 2012 beweisen wir und die Künstler programmatischen Eigensinn im positiven Sinne des Wortes: Ob es die Cage-Nacht ist, das Konzert der Deutschen Kammerpilharmonie Bremen unter Leitung von Paavo Järvi mit dem Hilliard Ensemble ist, das des Münchener Kammerorchesters mit Patricia Kopatchinskaja und Alexander Liebreich oder der „olympische“ Beethoven-Symphonien-Zyklus mit Esa-Pekka Salonen und dem Philharmonia Orchestra. Auch die mit vielen Partnern entwickelten 106  Veranstaltungen im Rahmenprogramm sind vielfach eigensinnig.“

Eine Auswahl:

Die Post Tower Lounge Konzerte sind seit 2004 fester und beliebter Bestandteil des Begleitprogramms zum Beethovenfest Bonn. Das Programm der 26 Veranstaltungen in den Räumlichkeiten der Deutschen Post DHL wird vom Beethovenfest Bonn kreiert. Die Deutsche Post DHL ist einer der Hauptsponsoren des Beethovenfestes. Viele der Künstler, die in Post Tower Lounge auftreten, sind im positiven Wortsinn eigensinnig. Es sind individuelle Persönlichkeiten, die etwas Besonderes zu sagen haben, wie Michael Carstens, der bereits in den letzten Jahren zu Gast in der Lounge war. In diesem Jahr lädt er an zwei Abenden in seine Video-Lounge ein. HannaH Walter, die junge Geigerin, trat letztes Jahr mit Michael Carstens in der Post Tower Lounge auf. In diesem Jahr ergründet sie in „Musik und Gespräch“ gemeinsam mit dem Musikjournalisten Christoph Vratz Eric Tanguys „Élégie“. Ebenfalls neu ist die Konzertserie „Kammermusik der Welten“. Drei Konzerte zu den Themen Frankreich, Brasilien und Island widmen sich der Nähe von klassischer und populärer traditioneller Musik. Bereits etabliert sind die Reihen „Junge Bühne“, Kammermusik, Chanson, Lied und die Jazz-Matineen am Sonntagvormittag.

Zu dem Kurzfilmwettbewerb „Look at Beethoven“ gehört erneut eine Filmreihe mit Musikdokumentationen, die sich einzelnen Aspekten des Festivalprogrammes widmen. In „Der Taktstock“ von Michael Wende steht der Beruf des Dirigenten im Mittelpunkt. Teilnehmer des Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs werden filmisch begleitet. Herbert Blomstedt, der beim Beethovenfest Bonn 2012 mit der Deutschen Kammerpilharmonie Bremen Beethovens „Missa solemnis“ aufführt, gibt in dem Dokumentarfilm persönliche Einblicke in sein Dirigentendasein (14.9.). Vom Orchestercampus von Deutsche Welle und Beethovenfest Bonn mit dem Turkish National Youth Philharmonic Orchestra inspiriert ist die Vorführung von Fatih Akins „Crossing the Bridge“ (19.9.). Zu John Cages 100. Geburtstag gratuliert das Beethovenfest Bonn mit einer Cage-Nacht am 15. September und der Vorführung des Dokumentarfilms „John Cage – Der Klangtourist“ von Alan Miller (28.9.). „Pianomania“ beschließt die vierteilige Filmreihe. Robert Cibis und Lilian Frank haben den Klavierstimmer und Cheftechniker von Steinway & Sons Stefan Knüpfer begleitet. Sie zeigen ihn unter anderem im Dialog mit Pierre-Laurent Aimard, Lang Lang und Alfred Brendel (29.9.).

Die Sonderausstellung des Beethoven-Hauses Bonn zum Beethovenfest Bonn 2012 beschäftigt sich mit „Beethovens Klaviersonaten“. András Schiff beginnt in diesem Jahr einen auf zwei Jahre angelegten Beethoven-Klaviersonaten-Zyklus; die Ausstellung, die noch bis zum 4. November 2012 zu sehen ist, gibt über Beethovens Originalhandschriften Hinweise auf die Vorstellung, die Beethoven von seinem Werk hatte. Eine zweite Ausstellung, die am 6. September eröffnet und bis zum 9. Oktober gezeigt wird, widmet sich „Schönbergs Beethoven“. 1913 vollendete Arnold Schönberg nach einer elfjährigen Schaffenszeit die „Gurre-Lieder“. Schönberg bezeichnete dieses Werk als Schlüssel zu seiner ganzen Entwicklung, für die auch Beethoven von großer Bedeutung war. Stefan Blunier und das Beethoven Orchester Bonn führen dieses groß besetzte Oratorium für Soli, Chor und Orchester auf Gedichte von Jens Peter Jacobsen am 28. September beim Beethovenfest Bonn 2012 auf.

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Dr. Christof Ehrhart (Direktor Konzernkommunikation und Unternehmensverantwortung Deutsche Post DHL)
Susanne Kessel (Pianistin)


Dr. Christian Meyer (Direktor Arnold Schönberg Center Wien)
Ilona Schmiel (Intendantin des Beethovenfestes Bonn)
Jürgen Nimptsch (Oberbürgermeister der Stadt Bonn)

 

P wie Pastorale

Beethoven-Blog-Lexikon

Es beginnt mit dem Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande, dann folgt eine Szene am Bach. Ein lustiges Zusammensein der Landleute wird von Gewitter und Sturm abgelöst. Zu guter Letzt äußern Hirtengesänge frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm.

Recht malerisch klingt es, was Beethoven da in seiner 6. Symphonie, überschrieben mit „Pastoral-Sinfonie oder Erinnerungen an das Landleben“, musikalisch umsetzen will. Zwar geht es ihm bei der Pastorale ausdrücklich nicht um die tonale Darstellung der Natur selbst, sondern vielmehr ihrer Wirkung auf den Menschen, doch kann der Zuhörer recht eindeutig Vogelrufe, die Schritte des Wanderers, das Plätschern eines Baches und Donnergrollen erkennen (Hörbeispiele >hier).

Entstanden ist die 6. Symphonie zeitgleich mit der 5. Symphonie Anfang des 19. Jahrhunderts und beide wurden gemeinsam am 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien uraufgeführt. Spätestens nach der Aufführung der Pastorale wurde Beethovens Liebe zur Natur romantisch verklärt. Viele Porträts zeigen, wie er in der Natur komponiert, allen voran das wohl bekannteste Beethoven-Porträt von Joseph Karl Stieler. Tatsächlich liebte er lange Spaziergänge und auch sein Freund Anton Schindler erinnert an die Inspirationssuche Beethovens in der Natur: „ Solche Ausflüge glichen jenen der Bienen, um Honig zu sammeln.“

Auf einem Skizzenblatt notiert der fast taube Beethoven 1815: „Ist es doch, als ob jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande: heilig, heilig! Im Walde Entzücken! Wer kann alles ausdrücken? (…) Süße Stille des Waldes!“ Wie schön Beethoven diese Stille in Musik zu verwandeln wusste…

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Das vollständige Autograph der 6. Sinfonie op. 68, der „Pastorale“ ist heute übrigens der „unbestreitbar größte Schatz des Beethoven-Archivs“ im Beethoven-Haus Bonn. (>digitale Version)

Quelle: Beethoven-Haus Bonn

Beim Beethovenfest Bonn 2012 wird die 6. Symphonie im Beethoven-Symphonie-Zyklus am 5.10. aufgeführt. Es spielt das Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen.

M wie Missa solemnis

Beethoven-Blog-Lexikon

Beethovens Messe in D-Dur für vier Solostimmen, Chor, Orchester und Orgel op. 123 ist besser bekannt als Missa solemnis, was so viel heißt wie feierliche Messe. Beethoven hielt die Missa solemnis für sein bedeutendstes Werk. Grund genug, ihr den heutigen Eintrag im Beethoven-Blog-Lexikon zu widmen. (Hörbeispiele hier)

Im Jahr 1807 schrieb Beethoven seine erste Messe, die C-Dur-Messe op. 86, im Auftrag von Fürst Nikolaus II. von Esterházy und stand bei dieser Gattung in direktem Vergleich zum großen Haydn. Esterházys Urteil fiel vernichtend aus: „Die Messe von Beethoven ist unerträglich,
lächerlich und scheußlich, ich bin nicht davon überzeugt, daß sie überhaupt anständig
aufzuführen wäre; ich bin deshalb wütend und beschämt.“

Erst zwölf Jahre später sollte sich Beethoven wieder an eine Messe wagen. Anlass war die Ernennung des Erzherzogs Rudolph – ein Freund, Schüler und Gönner Beethovens (siehe auch Beethoven-Blog-Lexikon G wie G-Dur-Konzert) – zum Erzbischof von Olmütz. Tatsächlich brauchte Beethoven für die Missa solemnis sehr viel länger als geplant und hielt sowohl Verleger als auch Erzbischof Rudolph immer wieder hin.

Erzbischof Rudolph erhielt erst drei Jahre nach seiner Inthronisation die fertige Messe, die in die traditionellen fünf Sätze Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei aufgeteilt ist. Uraufgeführt wurde sie am 7. April 1824 in St. Petersburg. Im selben Jahr konnte Beethoven sie für 1000 Gulden an den Mainzer Verlag Schott verkaufen. Ebenfalls an Schott ging die 9. Sinfonie für 600 Gulden, wie Beethovens Autorisation zeigt.

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Die Stichvorlage zur Missa solemnis – eine Abschrift von 440 Seiten, die zahlreiche handschriftliche Eintragungen Beethovens enthält – befindet sich heute im Besitz des Beethoven-Hauses Bonn. Da die Originalabschrift nicht mehr vollständig erhalten ist, ist gerade diese Stichvorlage für die Quellenforschung sehr wichtig. Beethoven lieferte sie 1825 an den Schott-Verlag nach – mit der Begründung: „die alte partitur war zu beschmiert um ihnen zu schicken, die neue ist auf‘s sorgfältigste durchgesehn worden, wahrlich keine kleine Mühe bey einem Kopisten, der kaum versteht, was er schreibt!“

Beim Beethovenfest wird die „Missa solemnis“ am 14.9. unter der Leitung von Herbert Blomstedt aufgeführt: http://www.beethovenfest.de/programm/Blomstedt-Missa-Solemnis/640/

H wie Heiligenstädter Testament

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Beethoven-Blog-Lexikon

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Heute überlassen wir Beethoven selbst das Wort im Beethoven-Blog-Lexikon. Er schrieb das sogenannte Heiligenstädter Testament am 6. Oktober 1802 (mit einem Nachtrag am 10. Oktober) in einem Zustand großer Niedergeschlagenheit, die wesentlich durch seine zunehmende Taubheit und die damit einhergehende Vereinsamung begründet liegt. Der sehr persönliche und emotionale Brief des 32-Jährigen an seine Brüder Kaspar Karl und Johann, dessen Name in dem Brief ausgespart wird, wurde erst nach seinem Tode in seinem Nachlass gefunden. Anlass für die verzweifelte Bestandsaufnahme war eine Kur in Heiligenstadt, wo sich Beethovens große Hoffnung auf Linderung oder gar Heilung nicht bewahrheitete.

Auszug aus Beethovens Brief:

für meine Brüder Carl und … Beethowen

O ihr Menschen die ihr mich für Feindseelig störisch oder Misantropisch haltet oder erkläret, wie unrecht thut ihr mir, ihr wißt nicht die geheime ursache von dem, was euch so scheinet, mein Herz und mein Sinn waren von Kindheit an für das zarte Gefühl des Wohlwollens, selbst große Handlungen zu verrichten dazu war ich immer aufgelegt, aber bedenket nur daß seit 6 Jahren ein heilloser Zustand mich befallen, durch unvernünftige Ärzte verschlimmert, von Jahr zu Jahr in der Hofnung gebessert zu werden, betrogen, endlich zu dem überblick eines daurenden Übels <das> (dessen Heilung vieleicht Jahre dauren oder gar unmöglich ist) gezwungen, mit einem feurigen Lebhaften Temperamente gebohren selbst empfänglich für die Zerstreuungen der Gesellschaft, muste ich früh mich absondern, einsam mein Leben zubringen, wollte ich auch zuweilen mich einmal über alles das hinaussezen, o wie hart wurde ich dur[ch] die verdoppelte traurige Erfahrung meines schlechten Gehör’s dann zurückgestoßen, und doch war’s mir noch nicht möglich den Menschen zu sagen: sprecht lauter, schreyt, denn ich bin Taub, ach wie wär es möglich daß ich <da> die Schwäche eines Sinnes angeben sollte, der bey mir in einem Vollkommenern Grade als bey andern seyn sollte, einen Sinn denn ich einst in der grösten Vollkommenheit besaß, in einer Vollkommenheit, wie ihn wenige von meinem Fache gewiß haben noch gehabt haben – o ich kann es nicht, drum verzeiht, wenn ihr mich da zurückweichen sehen werdet, wo ich mich gerne unter euch mischte, doppelt Wehe thut mir mein unglück, indem ich dabey verkannt werden muß, für mich darf Erholung in Menschlicher Gesellschaft, feinere unterredungen, Wechselseitige Ergießungen nicht statt haben, ganz allein fast nur so viel als es die höchste Nothwendigkeit fodert, darf ich mich in Gesellschaft einlassen, wie ein Verbannter muß ich leben, nahe ich mich einer Gesellschaft, so überfällt mich eine heiße Ängstlichkeit, indem ich befürchte in Gefahr gesezt zu werden, meine[n] Zustand merken zu laßen…

– lebt wohl und Vergeßt mich nicht ganz im Tode, ich habe es um euch verdient, indem ich in meinem Leben oft an euch gedacht, euch glücklich zu machen, seyd es –

Ludwig van Beethowen

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Die erste Seite des Briefes

>Hier zur vollständigen Fassung des „Heiligenstädter Testaments“ (Beethoven-Haus Bonn)

Beethoven-Blog-Lexikon: E wie Elise

Ein „nicht eben bedeutendes, aber recht anmuthiges Klavierstückchen“ soll heute im Beethoven-Blog-Lexikon betrachtet werden, denn schließlich ist das, was der Beethovenforscher Ludwig Nohl hier beschreibt, heute wohl das bekannteste Klavierstück der Welt… Beethovens „Für Elise“. Nohl gab das Stück unter diesem Titel heraus, weil er auf dem Autograph die Widmung „Für Elise am 27 April zur Erinnerung von L. v. Bthvn“ gesehen hatte. Das Problem für die heutige Beethovenforschung dabei: Das Autograph ist seit 1867 verschollen und in Beethovens Umkreis gab es offensichtlich keine „Elise“, die für die Widmung in Frage kommen könnte. Da Beethoven im April 1810 in Therese Malfatti (später von Droßdik) verliebt war und ihr gar einen Heiratsantrag machte, der jedoch abgelehnt wurde, liegt die Vermutung nahe, dass das Werk wohl „Für Therese“ heißen sollte. Wer im digitalen Archiv des Beethoven-Hauses Bonn stöbert, weiß, dass bei Beethovens Handschrift ein solcher Fehler durchaus denkbar ist. Andererseits kannte Nohl Beethovens Schrift sehr gut. Zudem wies der Kölner Organist Johannes Quack darauf hin, dass Beethoven in dem Werk die Buchstaben des Namens E-L-I-S-E melodisch umgesetzt habe.

 

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Eine weitere, vor allem von dem Beethovenforscher Klaus Martin Kopitz vertretene Vermutung, wer die Widmungsempfängerin gewesen sei, ist Maria Eva „Elisabeth“ Röckel, verheiratete Hummel (1793–1883). Jedoch wird sie nur in einer einzigen schriftlichen Quelle als „Elise“ bezeichnet, was die Zuschreibung unwahrscheinlich macht.

 

Sofern nicht das Autograph wieder auftaucht, wird das Rätsel um „Elise“ wohl ungelöst bleiben. Jedenfalls aber hat die Unbekannte uns einen immer wiederkehrenden Ohrwurm beschert…

 

Quelle mit Hörprobe: Beethoven-Haus Bonn

C wie Clemens

Beethoven-Blog-Lexikon

C wie Clemens – aber welcher Clemens eigentlich? Es geht um Clemens Brentano. Der Dichter der Romantik lebte von 1778 -1842 und war somit ein Zeitgenosse Beethovens. Beethovens sogenannte Schlachtensinfonie „Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria“ op. 91 inspirierte Brentano zu dem Gedicht „Nachklänge Beethovenscher Musik“, das mit den Worten endet: „Wellington, Viktoria! Beethoven, Gloria!“ Schon einige Zeit davor nahm Brentano Kontakt zu Beethoven auf, dessen Musik er überaus schätzte. Über seine Schwägerin Antonie Brentano, die mit seinem Bruder Franz verheiratet war, ließ er dem Komponisten einen Text für eine Kantate schicken, die er anlässlich des Todes der Königin Luise von Preußen geschrieben hatte. Beethoven verfasste dann auch tatsächlich einige Skizzen dazu, beendete das Werk jedoch nicht. Im Sommer 1811 lernten er und Clemens Brentano sich bei einem Aufenthalt in Teplitz auch persönlich kennen. Eine Freundschaft entstand daraus zwar nicht, doch war Beethoven der Familie Brentano bereits über den schon erwähnten Franz Brentano und vor allem dessen Frau eng verbunden. Antonie Brentano könnte gar die Adressatin von Beethovens Brief „An die unsterbliche Geliebte“ gewesen sein. Fest steht, dass er ihr seine letzten großen Klavierwerke – die c-Moll-Sonate op. 111 (1822) sowie die Diabelli-Variationen op. 120 (1823) – widmete, ebenso wie das Lied „An die Geliebte“. Eine andere Brentano war ebenfalls tief von Beethoven beeindruckt. Bettina Brentano, die Schwester Clemens Brentanos und Halbschwester Franz Brentanos, hatte Beethoven im Mai 1810 gemeinsam mit ihrer Schwägerin Antonie Brentano kennengelernt und beschrieb die Begegnung ausführlich in ihrem Briefroman „Goethes Briefwechsel mit einem Kinde“ (1835). Auch sie war eine wichtige Frau in Beethovens Leben und wurde zeitweilig von der Forschung für die unsterbliche Geliebte gehalten. Das Titelblatt des Liedes „Neue Liebe, neues Leben“ (op. 75, Nr. 2) mit Beethovens Widmung „Für Bettine Von Brentano“ befindet sich heute im Beethoven-Haus Bonn. So haben verschiedene Brentanos Beethoven inspiriert und sich von ihm inspirieren lassen.

Quelle: Beethoven-Haus Bonn

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Clemens Brentano