Tweetup-Blogging Teil 5: Das Eröffnungswochenende beim Beethovenfest Bonn

Public Viewing beim Beethovenfest Bonn

Public Viewing beim Beethovenfest Bonn

Mit elf großen Veranstaltungen an zwei Tagen wird das Beethovenfest Bonn fulminant eröffnet. Bereits am Samstagmorgen lockt ein neues Format Beethovenfans in die Aula der Universität Bonn, Nike Wagner eröffnet im Rahmen einer Matinee das Beethovenfest. Mit einem Vortrag möchte sie die Besucher auf Beethoven und sein Fest einstimmen. Das Bonner Beethoven-Orchester lässt dazu hören, wie Beethoven von zeitgenössischen Komponisten weitergedacht wurde.

Ab 12 Uhr heißt es dann: »Bühne frei für Beethoven«. In der gesamten Bonner Innenstadt treten über 1000 Bonner Schüler auf und stimmen die Bonner Bürger damit traditionell auf den Beginn des Beethovenfestes ein. Parallel dazu findet das WDR3 Klassik Forum live statt, bei dem Nike Wagner im Dialog mit der Moderatorin Katharina Eickhoff Musiker des diesjährigen Festivals begrüßt und über den »zeitgenössischen Beethoven« diskutiert. Interessierte können im Beethoven-Haus live dabei sein oder natürlich die Sendung im Radio verfolgen.

Der Eröffnungstag schließt mit dem ausverkauften Konzert des London Symphony Orchestra und dem Star-Dirigenten Sir John Eliot Gardiner. Neben Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy darf man gespannt sein auf die Interpretation des Cellokonzertes von Schumann durch den Solisten Gautier Capuçon.

Ein absolutes Highlight des Eröffnungswochenendes ist das Public Viewing am Sonntag auf dem Bonner Marktplatz. Bereits am Nachmittag beginnt ein buntes Programm, das auf die Live-Übertragung des Konzertes vom City of Birmingham Symphony Orchestra unter der Leitung von Andris Nelsons vorbereitet. Das britische Orchester präsentiert in der Beethovenhalle die Beethoven-Symphonien Nr. 1 bis 3 und läutet damit den großen Beethoven-Symphonien-Zyklus ein. Während des Public Viewings findet ein Tweetup unter dem Hashtag #befespark statt und transportiert so die Diskussion zum Konzert in den digitalen Raum.

Parallel zum Public Viewing wird es 2014 zum ersten Mal ein Live-Streaming auf der Website des Beethovenfestes geben, so dass man völlig unabhängig vom Ort das Konzert des City of Birmingham Symphony Orchestra im Internet bzw. auf dem Smartphone genießen kann.

Zeitgleich zu dem großen Orchesterkonzert in der Beethovenhalle findet in der intimen Atmosphäre des Kammermusiksaals im Beethoven-Haus der erste Teil der »Divan of Song« Reihe von und mit Burkhard Kehring statt. Die bekannte Sopranistin Christiane Karg unternimmt zusammen mit Robert Holl eine Reise in persische Klangwelten.

Das Eröffnungswochenende hält viele Überraschungen bereit. Doch das ist erst der Anfang: bis zum 3. Oktober werden insgesamt sechzig Konzerte im Hauptprogramm und siebzig Veranstaltungen im Rahmenprogrammes stattfinden.

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Tweetup-Blogging Teil 4: Der Beethoven-Symphonien-Zyklus beim Beethovenfest Bonn

Das City of Birmingham Symphony Orchestra mit seinem Dirigenten Andris Nelsons Foto: Neil Pugh

Beim diesjährigen Beethovenfest Bonn werden an vier aufeinanderfolgenden Abenden alle neun Symphonien von Beethoven gespielt. Die Besonderheit: das City of Birmingham Symphony Orchestra mit Andris Nelsons lässt die Symphonien in ihrer zeitlich entstandenen Reihenfolge erklingen.

Die Aufführung aller neun Symphonien mit einem exzellenten Orchester fand beim Beethovenfest das letzte Mal vor zwei Jahren statt, damals aber mit einem anderen Konzept. Der Finne Esa-Pekka Salonen präsentierte die Symphonien dem Bonner Publikum mit dem London Philharmonia Orchestra an fünf Abenden nicht chronologisch, sondern im Dialog mit einer Neukomposition von Musikern aus aller Welt.

2014 wird das City of Birmingham Symphony Orchestra mit seinem Dirigenten Andris Nelsons vom 7. bis 10. September die neun Symphonien aufführen. Nelsons hat sich bewusst für die ausschließliche Aufführung ohne weitere Werke und in chronologischer Reihenfolge entschieden: »Ich verstehe die Chronologie als eine Art Reise. Wir bleiben Beethoven auf den Fersen, durch die Höhen und Tiefen seines Lebens hindurch. Und wir stellen uns den Höhen und Tiefen unseres eigenen Lebens.«

Manche Musikfreunde und Liebhaber klassischer Musik mögen sich jetzt vielleicht dennoch fragen: Was ist so Besonders daran?

Nelsons chronologische und fokussierte Präsentation der Symphonien gibt dem Zuhörer die Möglichkeit, die Genese der Werke zu verstehen und Entwicklungen auszumachen.

Musik von Beethoven ist klassisch und zeitlos, somit stets aktuell. Getreu dem diesjährigen Festival-Motto »Götterfunken« sollen »alle Funken aus Beethovens Genie schlagen«, wie es Tilman Schlömp, Leiter des Künstlerischen Betriebs vom Beethovenfest, festhält. »Nelson verfolgt einen Ansatz, den wir bewusst als Kontrapunkt zu dem letzten Symphonien-Zyklus anbieten möchten. Es ist ein fast wagnerianischer Ansatz, also eher romantisch und weniger historisierend«.

Das Publikum hat während des Festivals die Gelegenheit, viele Werke Beethovens im Zusammenhang zu hören, denn nicht nur die Symphonien werden komplett aufgeführt, sondern auch die Violinsonaten, Streichquartette und Klavierkonzerte.

Tweetup-Blogging Teil 3: Beethoven-Symphonien 1 bis 3 – Revolution einer musikalischen Gattung

Collage Beethoven Napoleon

Beethoven und Napoleon

Was alle Symphonien Beethovens gemeinsam haben, ist ihre uneingeschränkte Aktualität. Über 200 Jahre sind vergangen, aber nach wie vor berühren Beethovens visionäre Symphonien Menschen weltweit. Am 7. September wird das City of Birmingham Symphony Orchestra mit Andris Nelsons als ersten Teil des Beethoven Symphonien-Zyklus die Symphonien 1 bis 3 präsentieren. Das Bonner Publikum darf gespannt sein auf eine anspruchsvolle und höchst virtuose Interpretation.

Beethoven war gerade 30 Jahre alt, als er seine 1. Symphonie (C-Dur op. 21) im Jahr 1800 vollendete. Sie fällt damit in seine erste Schaffensperiode und ist seinem Förderer Baron Gottfried van Swieten gewidmet. Schon die ersten Takte der 1. Symphonie lassen erahnen, dass hier bewusst mit der Irritation des Hörers gespielt wird. Beethoven hatte es nach dem Erscheinen der jüngsten Symphonien Haydns und Mozarts nicht leicht sich abzugrenzen, mit seinem innovativen und einzigartigen Kompositionsstil gelang es ihm jedoch von der 1. Symphonie an die Gattung zu revolutionieren. Besonders die Einleitung gilt noch Jahre nach der Uraufführung als Geniestreich. Orchestergruppen werden gegeneinandergesetzt und erzeugen so die dynamische Grundstimmung. Motivisch-thematisch geht Beethoven neuartig vor und bricht mit dem Hörverständnis der Zeit, behält aber etablierte Kompositionstechniken vorerst teilweise bei.

Mit seiner 2. Symphonie (D-Dur op. 36) findet Beethoven noch weiter zu seinem eigenen Stil. In nur zwei Jahren entwickelt er seine Technik weiter und arbeitet stark mit Kontrasten. So stehen sich starke und dynamische Unterschiede, energische und lyrische Passagen gegenüber. Der Einfluss der Wiener Klassik ist stilistisch erkennbar, gleichzeitig lässt sich bereits die dramatische Konzeption Beethovens finden. In die Zeit der Komposition der 2. Symphonie fällt Beethovens beginnende Ertaubung. Ob Lebensfreude und Euphorie des ersten Satzes der Symphonie auf eine mögliche Heilung seines Leidens zurückgeführt werden kann, ist in Fachkreisen umstritten.

Die 3. Symphonie (Es-Dur op. 55) trägt den Titel »Sinfonia eroica« und ist 1803 fertig gestellt worden. Ferdinand Ries sagte über die Eroica: »Beethoven spielte sie mir neulich und ich glaube Himmel und Erde muß unter einem zittern bei ihrer Aufführung.«(Brief an Simrock vom 22.10.1803). Die Ausmaße der Eroica, aber auch ihre kompositorische Komplexität und Originalität reißen einen jeden Hörer mit sich. Um die intensive Auseinandersetzung mit der dritten Symphonie kommt man also nicht herum, ein unbeteiligtes Zuhören lassen die Klangwelten von Beethoven nicht zu. Auf der Suche nach der Geschichte hinter der Symphonie stößt man zwangsläufig auf einen nicht unbekannten Franzosen: Napoleon Bonaparte, dem die Symphonie zunächst mit den Worten »Heroische Symphonie, komponiert, um die Erinnerung an einen großen Mann zu feiern« gewidmet war. Besonders das Trauermarschthema des zweiten Satzes lässt Bezüge auf die heroische Preisung eines »großen Mannes« zu. Allerdings nahm Beethoven im Jahr 1804 nach der eigenhändigen Krönung Napoleons zum Kaiser die Widmung enttäuscht wieder zurück. Interessanterweise ändert er die Symphonie selbst aber nicht, so dass sich Anklänge der französischen Revolutionsmusik mit ihren Ideen der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit finden lassen.

Tweetup-Blogging Teil 2: Der lettische Star-Dirigent Andris Nelsons

Foto: Marco Borggreve

Andris Nelsons kann mit 35 Jahren bereits auf eine steile Karriere zurückblicken.

Geboren 1978 im lettischen Riga als Kind einer Musikerfamilie lernte er zunächst Trompete und studierte nach dem Konservatorium in seiner Heimatstadt in Sankt Petersburg am Konservatorium Rimsky-Korsakow bei Alexander Titow mit Meisterkursen u.a. bei Neeme Järvi. Schon früh wird er als der Ziehsohn von Marriss Jansons bezeichnet.

Nach einer ersten Beschäftigung als Trompeter an der Lettischen Nationaloper führt ihn sein Weg quer durch Europa für verschiedene Engagements als Dirigent, um wenig später – mit nur 24 Jahren – als Chefdirigent an die Lettische Nationaloper zurückzukehren. Anschließend lockt ihn ein Engagement als Chefdirigent bei der Nordwestdeutschen Philharmonie Herford in die westfälische Provinz. Spektakuläre Debüts fallen in diese Zeit, u.a. an der Deutschen Oper Berlin, bei den Berliner Philharmonikern, der Metropolitan Opera, bei dem Boston Symphony Orchestra und dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam.

2008 wird Nelsons zum Chefdirigenten und Musikdirektor des City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) ernannt. Er ist damit der zwölfte Chefdirigent nach u.a. Sir Simon Rattle.

Zusammen mit dem CBSO hat Andris Nelsons große Erfolge gefeiert und wird von Kritikern hoch gelobt. Große Welttourneen und Auftritte führen das Orchester und seinen Chefdirigenten neben dem Beethovenfest Bonn zu dem Lucerne Festival und den Berliner Festspielen. 2011 erhält Nelsons den Echo Klassik Award als „Dirigent des Jahres“ und wird 2016 den »Parsifal« in Bayreuth dirigieren.

Seit kurzem ist bekannt, dass Nelsons sich in Zukunft vermehrt in Amerika aufhalten wird. Ab der Saison 2014/2015 wird er zunächst auf fünf Jahre Chefdirigent des Boston Symphony Orchestras sein. Andris Nelsons, das „Genie in Flammen“, wird auch dieses Orchester zu Höchstleistungen anspornen.

Tweetup-Blogging Teil 1: Was ist das Besondere am City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO)?

Andris Nelsons und das CBSO beim Beethovenfest Bonn 2012

Die Gründung des CBSO im Jahr 1920 ging auf eine Initiative der Stadt Birmingham zurück. Neville Chamberlain, Premierminister des Vereinten Königreichs und damit Vorgänger von Winston Churchill, setzte sich für die Gründung eines Orchesters in Birmingham ein. Im Vereinten Königreich war die Gründung eines Orchesters außerhalb von London zu der Zeit eine Besonderheit. Der Komponist Sir Edward Elgar dirigierte das allererste Konzert des CBSO. Heute zählt das CBSO zu einem der bedeutendsten Orchester des Landes.

Wichtige Dirigenten haben diese Entwicklung geprägt. Unter Sir Simon Rattle wurde das CBSO in den achtziger und neunziger Jahren zu einem Orchester von Weltrang. Seit 2008 ist der lettische Dirigent Andris Nelsons der Music Director des CBSO und trägt dazu bei, dass das Orchester weltweit weiter an Bedeutung gewinnt.

Eins der Markenzeichen des CBSO ist sein weites Repertoire, das vom Orchester selbst als »von Beethoven bis Bollywood« reichend bezeichnet wird. Besonders bekannt ist das CBSO allerdings für seine virtuosen Interpretationen der Spätromantik und des 20. Jahrhunderts, wie Jean Sibelius und Gustav Mahler.

Trotz der 130 Konzerte im Jahr werden die Musiker nicht müde, durch die Welt zu reisen und so ist das CBSO neben dem 1997 gebauten CBSO Centre in allen wichtigen Konzerthäusern der Welt zu Gast.

35.000 Menschen konnten mit dem umfangreichen Bildung- und Erlebnisprogramm des CBSO erreicht werden. Der Schwerpunkt hierbei liegt bei der Nachwuchsförderung junger Musiker und Aktionen wie z.B. dem Musizieren in Kindergärten sozial benachteiligter Stadtteile.

Der CBSO Chorus, zwei Jugendchöre, zwei Gemeindechöre, das CBSO Jugendorchester und mehrere Kammerensembles haben sich im Umfeld des CBSO gebildet und prägen die Klanglandschaft Birminghams.

Das Orchester ist in den Sozialen Medien zu finden:
Twitter: @theCBSO
facebook.com/thecbso

Tweetup #befespark – Teilnehmer gesucht!

tweetup

Auch in diesem Jahr veranstaltet das Beethovenfest Bonn (@Beethovenfest) zusammen mit der Sparkasse KölnBonn (@Sparkasse_KBN) ein Tweetup zum Eröffnungswochenende des Beethovenfestes. Das Social Media Event findet am 7. September während des Public Viewing auf dem Bonner Marktplatz statt. Übertragen werden die Beethoven-Symphonien mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra und dem lettischen Erfolgsdirigenten Andris Nelsons.

Es werden noch engagierte Twitter-User gesucht, die beim Tweetup im VIP-Bereich des Public Viewing teilnehmen möchten. Bei kostenlosem Catering können die Twitterer ab 18.30 Uhr das Konzert live über einen Bildschirm verfolgen und gleichzeitig von ihren Eindrücken vor Ort berichten. Außerdem erhalten sie 1 x 2 Freikarten für ein weiteres Konzert des Beethovenfestes Bonn.

Auch alle anderen Twitter-Nutzer, die die Berichterstattung im Web verfolgen, sind herzlich eingeladen, unter dem Hashtag #befespark die Beiträge zu kommentieren oder Fragen stellen.

Anmeldung unter marketing@beethovenfest.de oder direkt auf Twitter per Nachricht an @beethovenfest. Mehr Informationen: http://bit.ly/ULzFb6

Rückblick auf das Tweetup #befespark

Warum veranstaltet ein Klassikfestival ein Tweetup zu einem klassischen Konzert? Geht es hier um Kulturvermittlung, darum neue Zielgruppen zu erschließen oder ganz einfach um den Besuch eines Konzertes? Und was bleibt davon?

Foto: Barbara FRommann

Als Beethovenfest sind wir seit Ende 2010/Anfang 2011 auf den sozialen Plattformen Facebook, Twitter, YouTube, Vimeo und Flickr vertreten und seit 2012 auch auf Google+. Dazu betreiben wir einen eigenen Blog. Frank Tentler hat uns beim Start im Web 2.0 initiativ beraten und heute bitten wir zeitweise Christoph Müller-Girod unterstützend hinzu. Unter dem Stichwort „Beethoven lebt“ versuchen wir, auf den sozialen Plattformen Beethovens Werk und die Auseinandersetzung damit, demnach also die Inhalte des Festivals zu vermitteln. So informieren wir zum Programm, zu Beethoven als Persönlichkeit, stellen Künstler und Mitarbeiter in Video-Interviews vor und pflegen eine Blogbeitragsreihe.

Dennoch möchten wir natürlich nicht nur informieren, sondern auch in den Dialog mit unseren Fans und Freunden treten, sie aktiv am Konzertgeschehen beteiligen, sie aus der digitalen Welt ins Konzert holen. Dazu ist ein Tweetup ideal.

Bereits im vergangenen Jahr hatten wir zusammen mit der Sparkasse KölnBonn anlässlich der Live-Übertragung von Beethovens 9. Symphonie zum Tweetup auf den Bonner Münsterplatz geladen. Der beliebteste Tweet war damals »Musik, die man durch die Haut hört«. Das Tweetup hielt sich neun Stunden in den Trending Topics auf Twitter. Beflügelt von diesem Erfolg sollte ein zweites Tweetup beim Beethovenfest 2013 durchgeführt werden.

Ein Höhepunkt im Programm des Beethovenfestes 2013 stellte die Aufführung von Beethovens einziger Oper »Fidelio« mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und dem Deutschen Kammerchor unter der Leitung von Paavo Järvi dar. So luden wir erneut mit der Sparkasse KölnBonn anlässlich der Übertragung der Oper zum Public Viewing am 29. September auf den Bonner Marktplatz ein. In kürzester Zeit sagten über zwanzig Twitterer zu und versammelten sich trotz herbstlicher Temperaturen um 19 Uhr im VIP-Bereich der Sparkasse bei Wein und Häppchen. Bevor das Konzert um 20 Uhr begann, gab es also Zeit, sich entspannt jenseits der sozialen Netzwerke auszutauschen. Auf den Plätzen der Twitterer lag ganz „klassisch“ ein Programmheft und auf einer  Liste fanden sich alle Teilnehmer sowie weitere beteiligte Twitter-Accounts des Abend, z.B. der Künstler, der Medien und der unterstützenden Sponsoren. Dann ging es auch schon los… Ulrike Dümpelmann beschreibt das in ihrem Blogbeitrag so „Die Situation änderte sich schlagartig, als ein paar Minuten vor 20 Uhr live in die Beethovenhalle geschaltet wurde. …, die Ouvertüre begann und wir Twitterer wurden zu einem klassischen Opernpublikum.“ Die Twitterer widmeten sich allen Details der Aufführung. So wurde das Libretto des Fidelio als Wortwolke getwittert oder der Auftritt des Rezitators Ulrik Tukur kommentiert („Der Dirigent wird von seinem Platz gedrängt – zum Glück Teil der Inszenierung #befespark“),  über die halb-szenische Aufführung erwähnt („konzertant, aber nicht ganz untheatralisch. wann sieht man schon eine rotkarierte schürze auf einem konzertpodium? #befespark #marzelline“), Empfindungen mitgeteilt („Der Chor tritt auf. Mein Herz stockt. #befespark“) oder darüber sinniert, warum Beethoven nur eine Oper geschrieben hat.
Ein zusätzliches Plus des Tweetups war sicherlich, dass die Marzelline des „Fidelio“ (Mojca Erdmann) und der Dirigent Paavo Järvi ebenfalls auf Twitter aktiv sind und sie diese in ihre Kommunikation mit einbeziehen konnten. Die Überraschung kam umgehend aus dem Backstage-Bereich. Mojca Erdmann bedankte sich zwischen ihren Auftritten im 1. und 2. Akt für die ihr gemachten Komplimente, was wiederum zu Respektsbekundungen bei den Twitterern sorgte.

Foto: Barbara FRommann

Insgesamt wurden zum Tweetup #befespark rund 1.500 Tweets abgesetzt und  87.168 Accounts wurden erreicht. Das Tweetup erhielt 2.127.547 Impressionen und landete damit auf Platz 2 der Twittertrends in Deutschland. Neben diesem für das Beethovenfest schönen PR-Effekt hat es jedoch gezeigt, dass ein Tweetup die direkte Beteiligung am Konzert ermöglicht und die Twitterer in diesem Fall sogar den direkten Kontakt mit den Künstlern bringen kann. Darüber hinaus hat die Musik durch ihre stark emotionalisierende Wirkung die Menschen erreicht und sogar den ein oder anderen für sich gewinnen können  („Da musste ich weit über 40 werden, um mich so für klassische Musik begeistern können. I love you Twitter + Timeline #befespark„). Es können also durchaus neue Zielgruppen angesprochen werden. Auf schwindt-pr.com wird in diesem Zusammenhang davon gesprochen, dass ein Tweetup auch Publikum für kommende Veranstaltungen generieren kann.

Um die anfänglich gestellten Fragen zu beantworten, ist der Wert eines Tweetups also ein Mix aus mehreren Komponenten. Zunächst geht es um den reinen Besuch des Konzertes. Mit der Begeisterung und dem Teilen dieser Begeisterung für das Erlebte, kann ein Stück Kultur vermittelt werden und mit einer permanenten Wiederholung gepaart mit Begeisterung auch neues Publikum angesprochen werden. Es bleibt hier für uns als Kulturveranstalter also, wenn die virtuelle Mitteilungswelle verhallt ist, nicht nur ein storify, in dem die Tweets nachgelesen werden können, sondern ein im besten Falle positiv besetztes Bild vom Beethovenfest und der Wunsch, dieses weiter zu verfolgen und zu besuchen.

WDR 3 TonArt hat das Tweetup am 29.9. begleitet. Hier zum Nachhören

Foto: Barbara FRommann