Beethoven und sein Kopist

 

Im Jahr 1825 kam es zu einem hitzigen Briefwechsel zwischen Beethoven und seinem kurzzeitig beschäftigten Kopisten Ferdinand Wolanek. Dieser schickte Beethoven ein höfliches, aber bestimmtes Kündigungsschreiben, in dem er zuerst Zeitprobleme als Kündigungsgrund angab. Später im Brief kommt Wolanek allerdings auf Beethovens „mishelliges“ Betragen zu sprechen, unter dem er als Kopist zu leiden gehabt habe. Mit einem leichten Seitenhieb stellt Wolanek heraus, dass auch Mozart und Haydn als Beethovens Kopisten auf die gleichen Probleme stoßen würden, was mitunter an der Position des Kopisten an sich liegt. Die Gefahr ein „Copiatur Subject“ zu werden, das in sklavenähnlicher Behandlung froh ist für einen großen Künstler arbeiten zu können, zu dieser Art Kopist zählt sich Wolanek freilich nicht.

Beethovens Antwort lässt nicht lange auf sich warten und fällt weniger höflich aus. In wütendem Tonfall greift er Wolanek verbal an und bezeichnet ihn als „Schreib-Sudler“ und „Dummer Kerl“, dessen Kündigung angeblich schon lange beschlossen gewesen sei. Damit war das Ende der kurzen Geschäftsbeziehung von Beethoven und seinem Kopisten Wolanek beschlossene Sache.

Quelle: Beethoven-Haus Bonn

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