»DER HIMMEL WEISS, WIE ES WEITERGEHEN WIRD!« (Beethoven) Nr. 6

WEISS ER DAS? Fragen zu Ludwig van Beethovens Oper »Fidelio« von Jan Müller-Wieland

Beethoven beschwört in »Fidelio« ein lebbares Idyll, keine Mystifikation. Er will das konkrete, sozialgerechte Miteinander mit Gott als Überbau. Kann man das so behaupten?

Evgeny Nikitin: Wie in seinem ganzen Schaffen beschwört Beethoven auch hier das Unmögliche. Ein Romantiker halt.

Welches Frauenbild spüren Sie im Verlauf der Oper?

Dimitry Ivashchenko: Ein starkes Frauenbild!

Mozarts Cherubino ist ein Jüngling als Mezzosopran.
Leonore ein Sopran mit »Mannestaten«.
Cherubino-Leonore!
Sind beide vergleichbar?

Dimitry Ivashchenko: Nein, auf keinen Fall! Es handelt sich um zwei verschiedene Grundvoraussetzungen.

Evgeny Nikitin: Es gibt ja viele Travestie-Rollen. Leonore und Cherubino gehören allerdings nicht dazu. Cherubino ist ein echter Junge. Leonore ist ein genauso echtes Mädchen, die nur zur Konspiration wie ein Junge gekleidet ist. Und das ist doch etwas ganz Anderes. In ihrer Gestik würde ich Leonore eher mit Brünnhilde vergleichen. Eine mutige Frau, die eine Heldentat im Namen der Liebe begeht. Apropos: auch das ist eine romantische Fantasie der vom Kriege wahnsinnig gewordenen Europäer… Oder können Sie mir eine solche Frau in der Realität zeigen?

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