Beethoven-Blog-Lexikon: K wie Karl

„Gott ist mein Zeuge, was ich schon durch ihn durchstehen musste…“ schrieb Beethoven am 6. Oktober 1824 in einem Brief.
Die Rede ist von Karl, seinem zu dem Zeitpunkt 18-jährigen Neffen, der nach einem Besuch bei Beethoven für eine Weile nicht mehr auffindbar war. Das Verhältnis der beiden war angespannt. Beethoven erwartete viel von Karl, für den er nach dem Tod seines Bruders Kaspar 1815 das Sorgerecht übernommen hatte. Schon das ging nicht reibungslos vonstatten, wie zahlreiche Briefe um die Sorgerechtsstreitigkeiten mit Karls Mutter Johanna belegen. Erst eine Verfügung des Niederösterreichischen Landrechts setzte Beethoven 1816 zum alleinigen Vormund ein. Sein Kontakt zu dem Jungen blieb belastet. Nach der Schulzeit, in der Karl zeitweise bei seinem Onkel wohnte, nahm er zunächst ein Philosophie-Studium an der Universität auf. Gegen Beethovens Willen brach er es Anfang 1825 ab, um stattdessen eine kaufmännische Ausbildung aufzunehmen. Während Beethoven sich in die Vaterrolle stürzte, hatte Karl seinen eigenen Kopf, was immer wieder zu Reibereien führte. Am 6. August 1826 kam es zur Katastrophe: Karl unternahm einen Selbstmordversuch, den er knapp überlebte. Die Probleme zwischen beiden blieben bestehen. Karl schlug  eine militärische Laufbahn ein und Beethoven übertrug noch kurz vor seinem Tode 1827 wieder der leiblichen Mutter Johanna das alleinige Sorgerecht.

 

Quelle: Beethoven-Haus Bonn

Karl_van_beethoven
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s