Patricia Kopatchinskaja zu Gast beim Beethovenfest Bonn

Music should be fun sometimes.

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„Man geht hin und man spielt – und dann schaut man, was passiert.“ Dieser Satz der Geigerin Patricia Kopatchinskaja über Konzerte mag entspannt klingen. In Wirklichkeit aber offenbart er ihre Überzeugung von der Einmaligkeit und Unwiederholbarkeit von Musik, die genau in dem Moment des Konzerts entsteht. Eine zweite Chance gibt es nicht. So sieht Kopatchinskaja sich – ungeachtet ihrer preisgekrönten Aufnahmen für das Label Naïve – weiterhin vor allem als Live-Künstlerin, die sich dem Dialog mit dem Publikum und mit den Noten immer wieder aufs Neue stellt. Die 1977 in Moldawien geborene Musikerin, die in frühen Jahren auch viel selbst komponiert hat, gilt als urtümlich, wild und unkonventionell. Sie spielt gern barfuss, verabscheut Schönspielerei und sucht vor allem nach den Emotionen in der Musik. Da kann es schon mal vorkommen, dass sie sich mit dem  Pianisten Fazil Say beim Proben einer Prokofjew-Sonate  tagelang über zwei Töne streitet, weil sie sie keinesfalls „schön“ spielen möchte. Bogengeräusche, Kratzen, Scharren, Knarzen – all das gehört zur Musik dazu, wenn es darum geht, die Geschichte eines Stückes zu erzählen.

Kopatchinskaja stammt aus einer Musikerfamilie, die Mutter selbst Geigerin, der Vater ein bekannter Zymbalspieler, die nach ihrer Emigration nach Wien ganz neu anfangen musste. Die Hochbegabte hat sich durchgebissen, beschreibt aber ihre Kindheit in Moldawien als Kern ihrer selbst. Heute ist sie good-will Botschafterin der Stiftung „Terre des Hommes“ und unterstützt speziell Hilfsprojekte für notleidende Kinder in Moldavien.

Beim Beethovenfest war Patricia Kopatchinskaja schon 2010 im Trio mit Sol Gabetta und Henri Sigfridsson und hatte Beethoven und Schumann im Gepäck. In diesem Jahr kehrt sie mit einem Violinkonzert eines ihrer Lieblingskomponisten, György Ligeti, als Solistin zurück. Schon immer hat sie sich für zeitgenössische Musik begeistert und präsentiert am 17.9.2012 in der Beethovenhalle auch den Kompositionsauftrag von Salvatore Sciarrino für das Beethovenfest Bonn.

Music should be fun sometimes, schreibt sie selbst auf ihrer Website und verweist auf Telemanns Worte:

„Nein, nein es ist nicht g’nug dass nur die Noten klingen
Dass Du der Regeln Kram zu Marckte weist zu bringen.
Gieb jedem Instrument das was es leyden kann.
So hat der Spieler Lust, Du hast Vergnügen dran.“

Wir freuen uns schon jetzt auf ein lustvolles Konzert!

Zur Überbrückung der Wartezeit: > Porträt der Künstlerin bei ttt- Titel, Thesen, Temperamente.

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